Ein bißchen schwanger geht nicht -
ein bißchen Team auch nicht!
"Warum kann denn nicht einfach ein Team mit einer Klasse anfangen, dann sieht man ja, ob das bei uns geht und wo die Vorteile und die Nachteile liegen."
Um es gleich vorweg zu sagen, dieser Versuch ist in der Regel zum Scheitern verurteilt. Teamarbeit ist nicht einfach wenig LehrerInnen in einer Klasse. Teamarbeit ist abhängig von einer unterstützenden Struktur, von einer Teamorganisation der Schule. Umgekehrt kann man zwar in einer Schule mit Teamstruktur nicht im Team arbeiten, aber nicht ohne Teamstruktur Teamarbeit zu Wege bringen. Gescheiterte Versuche Organisationsentwicklungen zur Teamschule gibt leider genug.
Ein einzelnes Team hat nicht die Rückkopplung zu anderen Teams an der Schule, steht permanent auf dem Prüfstand und wird für viele Probleme des Schulalltags verantwortlich gemacht, die anderen LehrerInnen sind nicht in der Pflicht, sich den Arbeitserfordernissen der Teamarbeit zu stellen, können aber ihre Bedenken geltend machen. Das Team steht permanent unter Rechtfertigungsdruck. Oft werden dann von Randproblemen grundsätzliche Endscheidungen beeinflußt. Die Schulleitung muß doppelte Arbeit leisten: Die Schule so leiten wie bisher und für den Bereich Teamarbeit eigene Entscheidungen treffen. Die Liste läßt sich fortsetzen. Wer Zweifel hat, setze sich mit Dr. Klaus Winkel in Verbindung, der im Saarland für 8 Gesamtschulen ein ausgeklügeltes Fortbildungskonzept entwickelt hatte und den Umwandlungsprozeß von mehreren Schulen begleitet hat.
Und doch gibt es Wege zur Teamschule.
Am Anfang steht immer - nach einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Teamschulgedanken auf allen Ebenen des Kollegiums - ein Beschluß: "Wir wollen Teamschule werden."
Dann kann entweder sofort oder auch nach einer Übergangszeit losgelegt werden. Wichtig ist dabei, daß nun alle Entscheidungen darauf hin überprüft werden, ob sie dem Ziel Teamschule dienlich oder abträglich sind. Dies ist ein sehr kritisches Unterfangen, weil vor dem Stichtag viele Entscheidungen hierarchisch gefällt wurden. Ein Beispiel: Ein Schulleitungsmitglied sagte: "Da werden die KollegInnen nicht mitmachen, wenn ich sie zu Teams einteile!" Zu Recht - so bringt man keine Teams zustande!
Schulleitungen neigen zudem dazu, schnell zu entscheiden. Kollegien neigen dazu, entscheiden zu lassen. Das ist ein eingefahrenes Spiel: "Die da unten" können das ja nicht, denen muß man ganz genau sagen, was sie machen sollen und "Die da oben" wissen ja gar nicht mehr, wie das hier unten zugeht, die fragen uns ja gar nicht. Die Schulaufsicht spielt da kräftig mit.
Professionelle Hilfe ist angesagt, die diesen Prozeß begleiten kann: das kann zum Beispiel eine andere Teamschule sein oder auch das Institut für Teamarbeit.
Diese Hilfe muß sich auf einzelne Teams erstrecken, auf die Schulleitung und auf das gesamte Kollegium. In regelmäßigen Abständen muß Gelegenheit gegeben sein, den gemeinsamen Prozeß zu reflektieren und die nächsten Schritte gemeinsam zu planen.
Diese Hilfe muß den Prozeß stetig begleiten. In Form von Schilf für das gesamte Kollegium, in Form von Workshops für einzelne Gruppen im Kollegium und dür die Schulleitung, in Form einer Hotline, um bei aktuellen Fragen nicht in die falsche Richtung - gegen Team - zu denken und zu entscheiden.
Wenn Sie Interesse oder Fragen haben, nehmen Sie doch einfach Kontakt mit dem Institut für Teamarbeit auf: