Ausgangspunkt für die Schulreform im Kanton Basel-Stadt im Jahre 1994 waren drei Fragen:
Diese Einschätzungen waren natürlich problematisch, weil ganz grundsätzlich in diesem Lebensalter (10 Jahre) nur ganz schwer vorhergesagt werden kann, wie sich dein Kind in den kommenden Jahren entwickelt. Die Gliederung in drei unterschiedliche Schulformen zementierte aber die einmal getroffene Entscheidung. Selbst ein geglückter Schulformwechsel war selbst nur schwer abermals zu korrigieren.
Auf der Strecke blieben natürlich die Kinder. Wer einmal einen Schulwechsel eines seiner Kinder mitgemacht hat, weiß, was das für das Kind bedeutet. Am Schwersten wog aber, daß den Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder nicht angemessen Rechung getragen werden konnte.
"Ab 1994 sollte daher der vierjährigen Primarschule eine ungegliederte dreijährige Orientierungsschule folgen, die wiederum abgelöst wird durch die Weiterbildungsschule einerseits und die Gymnasien andererseits. die Verteilung der Kinder auf zukünftig zwei Schultypen soll gerechter und stärker nach pädagogischen Gesichtspunkten erfolgen."
Diese Veränderung der Schulstruktur bedeutete einmal die Verzahnung von äusserer Reform - der eigentlichen Strukturreform - und der inneren Reform - der Prozessreform und der Reform des LehrerInnenfortbildung. "Es wird sichtbar, dass der schwierige Weg von (weniger) Auslese zu (mehr) Förderung die Überwindung traditioneller Denkmuster erforderlich macht und dass der Übergang vom alten zum neuen Schulsystem als Langzeitvorgang und als lebendiger Lernprozess betrachtet wird" formulierte Elmar Oswald.
Die Baseler exerzieren also vor, wie eine Schulreform zum Wohle der Kinder und nicht auf dem Rücken der Kinder funktionieren kann. Unterstützt wurde dieser Lernprozess bei Eltern, LehrerInnen und Schulaufsicht durch ein breit angelegtes System der Qualifizierung für alle Beteiligten, duch Organisationsberatung und -entwicklung der neuen Orientierungsschulen.