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Kulturpolitische Richtlinien des Freideutschen Bundes

Auszug: Aus damaliger Sicht einige besonders charakteristische Sätze (Knut Ahlborn) [Die Einteilung in Absätze wurden von JG vorgenommen]

Der freideutsche Bund erstrebt erstens die Sicherung der Entfaltung und Auswirkung aller wertvollen Kräfte jedes einzelnen Menschen durch den Volksstaat, zweitens die Sicherung und Auswertung aller Kräfte jeden einzelnen Volkes durch den Völkerbund.

Im heutigen Völkerbund sehen wir nur einen unvollkommenen ersten Versuch zu dem wahren Völkerbund, Solange nicht unser Staat neben anderen Kulturstaaten als gleichberechtigtes Mitglied bei diesen Entscheidungen mitwirkt, können wir diese Entscheidungen nicht als für uns verbindlich anerkennen. Wir müssen vielmehr das von dem sogenannten Völkerbund über uns verhängte Diktat (der Friedensvertrag von Versailes, Einfügung JG) ablehnen. Wir sehen in einem wirklichen Völkerbund das einzige Mittel, ohne Gewaltanwendung die uns angetane Vergewaltigung wieder gutzumachen.

Hinsichtlich der Form des eigenen Staates gehen wir von der zu Weimar geschaffenen Verfassung aus, doch erstreben wir anstelle der mechanischen, parlamentarischen Regierungsform einen organischen Aufbau des Volksstaates. Auf der Grundlage von Jugend-, Lebens- und Berufsgemeinschaften wurzelnd, sollen örtliche Gau- und Reichsführerräte für die verschidenen Lebensgebiete und Werke gebildet werden, die über das nötige Sachwissen verfügen und von dieser Grundlage aus über die Geschicke des neuen Volksstaates entscheiden.

Auf dem Wirtschaftsgebiet erstreben wir eine planmäße Güterproduktion und Verteilung. Im Sinne einer nationalen Arbeitsökonomie dürfen die an sich beschränkten Arbeitskräfte der Nation zunächst ausschließlich für die Erzeugung der notwendigen Güter, die zur Ernährung, Bekleidung, Behausung und Erziehung unseres Volkes erforderlich sind, verwandt werden. Nur in einem beherrschten Verhältnis dazu dürfen Energien auf Erzeugung von Luxusgütern, deren kultureller Wert feststeht, freigegeben werden. Die Erzeugung und Verbreigung von volksvergiftenden Genußmitteln wie Alkohol und Nikotin soll vollständig von der Staatsgewalt unterdrückt werden. Bei der Güterverteilung ist der Zwischenhandel so weit wie möglich auszuschalten, um auch die bisher darin beschäftigten Kräfte der Produktion zuzuführen. Wir erkennen die Ausübung des Eigentumsrechtes nur soweit an, als der Träger im höheren Sinn dem gemeinwohl dient. Das Eigentumsrecht ist bedingt: Damit wird der Kapitalismus als Profitsystem an der Wurzel abgeschnitten. Das Eigentumsrecht ist bedingt: Daraus ergibt sich ein Obereigentumsrecht des Staates an allen Gütern, die im Lebensinteresse der Gesamtheit bewirtschaftet werden müssen (Grund und Boden, bodenschätze, Industrie- und Verkehrsanlagen usw.). Alles was man hat, hat man zu Lehen. Eigentum verpflichtet.

Quelle: Anderson, Erich R. (Hrsg.)[2009]: Volkshochschule im Dünensand - Ahlborn Familienspuren, S. 124f