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Bedales-School

Bedales wurde im Jahr 1893 von John Haden Badley als Reaktion auf die Beschränkungen der konventionellen viktorianischen Public School gegründet. Bedales war erste koedukative unabhängige Landerziehungsheim in England.

Badley hatte einige Jahre Erfahrung im Landerziehungsheim Abbotsholme von Cecil Reddie gesammelt. 1893 gründete er mit seiner Frau in einem gemieteten Haus am Rand Lindfields nahe Haywards Heath. Dieses Haus hatte den Namen Bedales. Im Jahr 1899 Badley kaufte einen Landbesitz nahe Petersfield, welches schon überelektrisches Licht verfügte.

Bedales unterscheidet sich in mehrer Hinsicht von Abbotsholme: Es werden auch Mädchen (1898 zunächst 4 Mädchen) beschult und die Schule wird zur 'vollen Koedukation' ausgebaut. Das Unterrichtsprogramm orientiert sich weitgehend an Abbholme von C. Reddie. Bei Badley fehlt im Gegensatz zu Abbotsholme aber jeder Bezug, die Schule als Schule für die Oberschicht (direckting classes) anzupreisen, in der das 'Denken in aristokratischen Begriffen' geübt wird und die als 'vernünftige Vorbereitung auf das koloniale Leben' gilt. Auch Badley ist wie Reddie von Carpenter beeinflusst, aber mehr von dessen demokratischen und anarchistischen Ideen. Badley steht der politischen Linken und der Arbeiterpartei (Labour) nahe.

Die Schüler lernen selbständig und sind auch in die Selbstversorgung der Schule im Gemüsegarten und bei Erntearbeiten einbezogen (Erziehung durch Arbeit, breite künstlerische Betätigung und verantwortliche Gestaltung des Schullebens durch Schüler selbst).

Die Naturwissenschaften: Biologie, Chemie und Physik werden fächerübergreifend unterrichtet, es gibt Labors und etwas wie einen botanischen Garten um - wie man heute sagen würde - ökologisches Denken zu fördern. Exkursionen zur Erkundung botanischer, geologischer und zoologischer Aspekte gibt es genau so wie Feldmessen und Besuche in Industrieanlagen. Eine ausgeprägte musische Bildung, und die Förderung aller künstlerischer Aktivitäten finden in einer bewusst ästhetischen Schulumgebung statt. Mathematik und Geometrie werden an praktischen Aufgaben (z.B. Feldmessen) und der vorhandenen Erfahrung der Kinder unterrichtet. Fremdsprachen (Französisch und Deutsch), Gartenarbeit, Schneidern (Knickerbockeranzüge), Schustern, Kochen, Hygieneunterricht und systematische Sexualkunde (Badley war auch gegen die unterdrückende Sexualeinstellung der öffentlichen Schulen in England) und Grundformen einer Schulgemeinde - Gestaltung des Schullebens unter Mitentscheidgung und Mitverantwortung der Schüler. Der Religionsunterricht war undogmatisch und nicht konfessionell.

Literatur: