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Summerhill - selbst-regulative Pädagogik

Die legendäre Schule Summerhill wurde von Alexander Sutherland Neill gegründet. Legendär, weil die Schüler dort auch heute noch nicht am Unterricht teilnehmen müssen, wenn sie nicht wollen. Unter der unglücklichen Bezeichnung 'antiautoritär' wurde die Schule weltbekannt. Neill hat sich immer von diesem Begriff distanziert und nannte seine Pädagogik: Selbstregulative Erziehung. Selbstregulativ, weil die Schüler selbst die Regeln, nach denen sie in der Schule leben bis auf ganz wenige Ausnahmen selbst festlegen und ändern. Bei diesen Abstimmungen haben Lehrer wie Schüler nur eine Stimme.
Bahnbrechend war in der damaligen Zeit auch die Übernahme von therapeutischen Elementen von Wilhelm Reich, mit dem Neill lebenslang befreundet war. In späterer Zeit hat Neill auf die 'private lessons' für einzelne Kinder verzichtet und die Lösung in die Hände der selbstregulativen Gemeinschaft gelegt.
Summerhill ist auch undenkbar ohne 'Miss Lins', Lilian Hofstätter, die als 'gute Seele' und als 'Rückgrat' von Summerhill bezeichnet wird. Sie war Neills erste Frau. Nach ihrem Tode heiratet Neill Edna, mit der der eine Tochter 'Zoë' hatte. Edna führt die Schule nach dem Tide Neills weiter. Heute wird die Schule - nach den gleichen Grundsätzen wie damals, weil sie bewährt und gut sind - von der Tochter Zoë Neill Readhead geführt und hat 78 Schüler - 40 Jungen, 38 Mädchen - zwischen 5 und 17 Jahren. Drei Schüler sind Tagesschüler. (2007).
Die Pädagogik/Erziehungswissenschaft 'übersieht' A. S. Neill und seine Pädagogik fast systematisch. Immer wieder wird auch in überregionalen deutschen Zeitungen fälschlich erklärt, er und mit ihm die 'antiautoritäre' Pädagogik seien gescheitert.

Wie stellt die selbstregulative Erziehung das Kind in den Mittelpunkt?
Die Schüler leben in einer Gemeinschaft, in der sie selbst die Regeln für ihr Zusammenleben aufstellen. Dadurch ist das soziale Miteinander ein Weg für die Kinder, dieses in eigener Verantwortung zu leben. Werden z.B. die Zeiten für das zu-Bett-gehen abgeschafft, kann jeder aufbleiben so lange er will und kann - erlebt aber auch mit, welche Konsequenzen das für ihn und die Gemeinschaft hat. Neue zu-Bett-geh-Zeiten werden nur durch die Kinder selbst eingeführt.
Ebenso ist es mit dem Lernen: Jedes Kind entscheidet für sich immer wieder neu, ob es am Unterricht teilnehmen will oder nicht. Die Teilnahme liegt allein in der Verantwortung des Kindes.

Auf einen Blick:



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