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Autor Beitrag
Thema: Kritik an Falko Peschels Konzept
Dirk

Antworten: 11
Hits: 17791

27.02.2012 20:45 Forum: offener Unterricht

hallo*

ich denke, dass ich verstehe, was du meinst. es geht um die rahmenbedingungen an regelschulen und die entsprechenden einschränkungen. es geht um kompromisse, die man vielleicht machen muss.

zwei gedanken dazu:

vielleicht sollte man besser nicht vom peschel-konzept reden, denn er macht ja nur eine variante vor und zeigt, dass es sich lohnt, öffnung zu wagen. er zeigt sogar die schritte einer öffnung. sein eigenes beispiel beweist, wie weit das dann gehen kann.

der zweite gedanke ist, dass das, was einer in seiner schule bzw. klasse wagt, nicht nur von den rahmenbedingungen abhängt, sondern auch stark von der persönlichkeit. ich war an einer montessorischule angestellt und ich bin mit den kleinsten öffnungsbemühungen überall angeeckt. das muss man aushalten wollen. die regelschule selbst halte ich nicht zwingend für ein hindernis. peschel machte seine ersten versuche an einer stinknormalen regelschule. ein nettes beispiel ist auch der versuch von renate stubenrauch in den siebziger jahren (zu lesen in "nicht nur für die schule leben"). noch weiter zurück liegen die ersten versuche von alexander neill vor der summerhill-gründung, ebenfalls an regelschulen (nachzulesen beispielsweise in "a dominie in doubt"). diese erprobungen waren im wesentlichen unterrichtsfreier unterricht und selbstverwaltung im klassenzimmer. sie fanden zu einer zeit statt, als die gesellschaftlichen strukturen viel enger und die haltungen der eltern und lehrer viel autoritärer waren. trotzdem gab es die "dickköpfe", die sich einfach über die norm hinweggesetzt haben.

von einem konzept oder gar einer methode, die man übernimmt oder überträgt, kann also nicht die rede sein. es geht darum, wie man kleinen menschen begegnen möchte und wie man mit den anderen großen umgeht, die das schwer akzeptieren können.

gruß
dirk
*warum sollen die leute dich eigentlich "hochbekloppt" nennen?

Thema: Bewertung / Bildungsplan
Dirk

Antworten: 5
Hits: 6014

19.10.2011 23:03 Forum: offener Unterricht

Ich denke, dass man zum Thema Noten zwei Dinge für sich klären muss.

Erstens muss man schauen, was die Richtlinien tatsächlich vorschreiben. In RLP zum Bsp. kann man auch in Klasse 3 auf Noten verzichten, das wollen viele Lehrer aber nicht tun. Der Usus an Schulen spiegelt nicht unbedingt die tatsächlichen Möglichkeiten eines Lehrers wider.

Zweitens muss man für sich entscheiden, was man mit den Noten eigentlich bezwecken will. Hat man eine kritische Haltung dazu, dann kann man die Verteilung der Noten auch getrost dem Kollektiv der Klasse überlassen - die Ergebnisse müssen nicht zwangsläufig ungerechter sein, als Lehrernoten. Es müssten kann Kriterien ausgehandelt werden, anhand derer man die Noten für individuelle Arbeiten (Geschichten, Vorträge, etc.) gemeinsam einschätzt und abstimmt. Vermutlich ist es ein Lernprozess, solche Einschätzungen zunehmend treffend und gerecht, weniger sympathiebezogen als sachbezogen, vorzunehmen.

Gibt der Lehrer selber die Noten, zum Beispiel kurz vor dem Übergang zur Sek 1, so kann er seine Einschätzung mit Hilfe von standardisierten Tests machen, die bestimmte Kompetenzen testen. Zum Beispiel zur Rechtschreibentwicklung.

Man muss sich immer vor Augen halten, dass sozialer Vergleich schon sowieso da ist, dass Noten diesen Vergleich aber verschärfen und eine Hackordnung provozieren, Ängste hervorrufen und gelernte Hilflosigkeit erzeugen können, aber individuellen Kompetenzzuwachs nicht messen können (bzw. das könnten sie schon - großer Schritt =1, kleiner Schritt = 2 - Nur dann wäre das System "Noten" ad absurdum geführt. Sprich, man könnte dann auch gleich mit differenzierten Wortrückmeldungen arbeiten - was sowieso sinnvoller wäre)

Thema: Unterschied zur Freinet Pädagogik
Dirk

Antworten: 3
Hits: 6990

19.10.2011 22:25 Forum: offener Unterricht

Hallo. Ich kann aus meiner Erfahrung den Peschelunterricht@Harzberg mit der Freien Schule Prinz Höfte in Bassum vergleichen. Letztere ist eine sehr interessante Gesamtschule, die Systemische Pädagogik mit der Freinetpraxis kombiniert. Ich habe auch neulich in Berlin mit Freinet-Pädagogen gesprochen und mittlerweile den Eindruck bekommen, dass Freinetarbeit sehr wohl im Kern eine Form von Offenem Unterricht ist. Was die Freinets mitbringen ist ein ganz ordentliches Strukturgerüst für die Unterrichtsorganisation. Und da gibt es eine Menge, was man vorstrukturieren kann: Den Ablauf der Versammlung, die Lernphasen, Themen-Epochen, Klassendienste etc. Es ist ein selbstorganisiertes Lernen, worum es geht, nicht unbedingt ein selbstbestimmtes Lernen. Das muss nicht schlechter sein. Was mir an der peschel'schen Öffnung gefällt, ist die hochgradige Individualisierung. Die Klasse bestimmt gemeinsam über die Strukturen und kann sie nach Bedarf anpassen und in der Findung der geeigneten Strukturen einen Prozess durchmachen mit den entsprechenden Fehlern und Sackgassen. Schüler müssen so nicht einem vorgefertigten Gerüst passen, sie bauen sich ihr eigenes Gerüst - und der Lehrer macht und lernt natürlich mit. Vermutlich ist er das entscheidende Stück im Puzzle - trotz Öffnung und Zurückhaltung in vielerlei Hinsicht. Das heißt auch, dass der Lehrer ein stark demokratisches Verständnis besitzen muss und trotzdem wissen muss, was er eigentlich will bzw. wissen muss, dass er sich dafür entschieden einsetzen muss. Gewissermaßen fehlen dem Lehrer bei zunehmender Öffnung die ganzen "Krücken", an denen man sich festhalten könnte. Montessori, Freinet, Steiner und all die anderen bieten solche Krücken... Wer unsicher ist, greift danach und ist damit vielleicht sogar gut beraten.

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