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Thema: Offener Unterricht mit Methode - Diskussion mit M. Kellner
mk-zwo

Antworten: 13
Hits: 26432

28.02.2009 08:37 Forum: offener Unterricht

Sie schrieben:
Falko Peschel hat nicht drei Stufen sondern fünf…

Entschuldigung, dass ich Sie jetzt über Ihren fundamentalen Denkfehler aufklären muss.
Falko Peschel berschreibt 3 Sufen der Öffnung (methodisch, inhaltlich, sozial-integrativ) und eine Vorstufe (organisatorische Öffnung). Dies können Sie auf der Internetpräsenz nachlesen.
Weiterhin beschreibt Falko Peschel richtig 5 Dimensionen der Öffnung, die Sie dann eins zu eins in Stufen umwandeln. Hier liegt der Denkfehler versteckt. Zwischen Stufen und Dimensionen gibt es einen entscheidenden Unterschied: Dimensionen beschreiben keinen potentiell zeitlichen Ablauf, sondern sind unabhängig voneinander.
So sollte die Dimension der Persönlichen Öffnung doch in allen Öffnungsstufen und –vorstufen enthalten sein.
Oder möchten sie wirklich, dass man es so versteht, dass die persönliche Öffnung des Lehrers gegenüber den Schülern erst in Stufe 5 (also als letztes) vollzogen wird?
Daher taucht die Persönliche Öffnung in Peschels Stufenmodell nicht auf und das ist auch richtig so!
Daher bleibe ich (mit Falko Peschel im Rücken) bei meinen drei Öffnungsstufen.

Sie schrieben:
Das lässt sich beim besten Willen nicht als Konfrontation mit schulischen Lerninhalten interpretieren. Es gibt von Seiten Peschels noch nicht einmal eine Ansprache oder Erklärungen. Seine Aktivität beschränkt sich darauf, den Kreis einzuberufen und nach der Geburtstagsfeier zu fragen, ob es denn Hausaufgaben geben soll.

Das meinte ich auch eigentlich genau so. Ich habe mich etwas ungenau ausgedrückt.
Herr Peschel lässt die Kinder von Anfang an komplett frei und machen was sie wollen, auch wenn dies zunächst nichts mit schulischen Lerninhalten zu tun hat. Und so geht es in seinem „Konzept“ im Großen und Ganzen auch weiter. Im Konzept Offener Unterricht mit Methode arbeitet man auf solch eine Offenheit schrittweise hin.
An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich den Begriff „Konzept“ für Peschels Aufzeichnungen schon immer kritisch gesehen habe. Ich sehe seine Bücher viel mehr als sehr gut gemachte und akribisch dargestellte Aktionsforschung seines Unterrichts an. Es wird in weiten Teilen beschrieben wie sich diese spezielle Gruppe von Kindern in der totalen Offenheit entwicket. Es hat dazu noch einen Experiment-Charakter, da nicht vorhergesagt werden kann, wie sich die Kinder entwickeln werden und dies auch in anderen Lerngruppen und mit anderen Lehrpersonen gänzlich unterschiedlich ausfallen kann.
Dies birgt große Gefahren in sich. Allein daher sollte das Konzept nicht als allgemeingültiges Konzept für den Offenen Unterricht verstanden werden, was leider oftmals der Fall ist. Die theoretische Grundlagen (Öffnungsstufen etc.) sind dabei natürlich auszuschließen und genießen absolute gültigkeit. Ich beziehe mich alleinig auf die Unterrichtspraxis.
Mein Ziel mit dem Konzept Offener Unterricht mit Methode “ ist, Offenen Unterricht handhabbar und praktikabel für alle zu machen, also ein wirkliches Konzept bereitzustellen. Wäre es nicht schön, wenn man mit dem Konzept der Offenheit möglichst viele Klassenzimmer erreichen würde (und dies dort dann auch zuverlässig funktioniert)?
Das Konzept ist weiterhin eine Fusion aus Offenem Unterricht/Individualisiertem Lernen/Methodenlernen. Gerade unter dem Gesichtspunkt des Individualisierten Lernens lässt Offener Unterricht mit Methode sogar eine komplette Unterrichtschließung für einzelne Kinder zu, wenn sich herausstellt, dass das Kind überfordert ist. Offene Strukturen sind nicht für alle Kinder gut! Es gibt Kinder, z.B. starke ADHS-Fälle, für die eine komplette Öffnung eine totale Überforderung darstellt, ja sogar ein Hindernis ist. Hier spreche ich aus vielfältiger Unterrichtserfahrung und daher ist die Existenz solcher Kinder für mich ein undiskutierbarer Fakt. Gerade solche Kinder müssen langsam und schrittweise zur Offenheit geführt werden.
„Wenn Offenheit zum Hindernis wird…“
Nichts desto Trotz ist das Konzept ein offenes Konzept, dass sich aber ganz individuell auf die einzelnen Potentiale der Kinder einstellt. So etwas bietet das so genannte Konzept Peschels nicht, zumindest nich in diesem Maße. Die intrinsische Differenzierung, die automatisch im Offenen Unterricht enthalten ist, reicht nicht immer für alle Kinder aus. Daher ist Offener Unterricht mit Methode noch mehr an den Bedürfnissen des Kindes orientiert als das Konzept Peschels, welches den radikalen Idealismus der Bewegung „Offener Unterricht“ (welcher geschichtlich gewachsen ist) immer noch sehr ernst nimmt und diesen über die Bedürfnisse des Kindes stellt. Offener Unterricht Total, ob Kind will bzw. kann oder nicht.
(So meine Meinung)
Wo bleiben die Kinder die überhaupt nicht offen lernen wollen oder können?
Nach diesen Ausführungen möchte ich noch einmal betonen, dass ich absoluter Befürworter von Offenem Unterricht bin. Ich gestehe jedoch auch Grenzen ein. Ich befürworte auch einen Unterricht a la Peschel, wenn er denn gut umgesetzt wird (was überaus stark von Kompetenz und Persönlichkeit der jeweiligen Lehrkraft und des Geeignet Seins der Lerngruppe abhängt).

Sie schrieben:
Ich bin der Auffassung, dass mit der Dissertation von Peschel zwar kein einheitliches Konzept vorliegt, aber immerhin die Möglicheit jeden beliebigen offenen Unterricht an Hand der Bestimmungsraster in seiner Offenheit fast Exakt zu bestimmen. Insofern hat hier ein Paradigmenwechsel stattgefunden. Wer von offenem Unterricht redet kann auch immer sagen, wo er wie weit öffnet.

Da gebe ich Ihnen Recht! Die theoretischen Grundlagen (Öffnungsstufen etc.) haben den Offenen Unterricht tatsächlich gut defininierbar gemacht. Aber hatte Hans Brügelmann diese Öffnungsstufen nicht schon vor Falko Peschel formuliert???
Was die Unterrichtspraxis angeht habe ich mich ja bereits geäußert.

Sie schrieben:
Es müsste also schon auch das andere know how vermittelt werden, wie man denn in der Situation des Offenen Unterrichts als Lehrer reagiert, worauf es ankommt.

Da stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Leider sieht die Realität in der Lehrerausbildung ganz anders aus und daran wird sich auch in kurzer Zeit nichts ändern. Bis es soweit ist, muss das „Konzept“ Peschels mir Vorsicht betrachtet werden.
Ich versuche mich in meinem Konzept an der Realität der aktuellen Situation zu orientieren.

Sie schrieben:
Auch hier liegt ein vollkommenes Missverständnis des Ansatzes von Peschel vor: Es werden von der LehrerIn gerade nicht Lernarrangements für die Lerngruppe entwickelt, es wird gerade kein offener Wochenplan eingesetzt, der Pflichtaufgaben enthält. Die Kinder können vielmehr jederzeit ihre 'Arbeit wechseln'.

Damit beschreibe ich das eigene Konzept Offener Unterricht mit Methode und nicht das Konzept Peschels. Allerdings können die Kinder im Offenen Wochenplan genau wie bei Peschel auch jederzeit ihre Aktivität wechseln und Pflichtaufgaben existieren nur am Rande und auch nur, wenn dies unbedingt erforderlich ist.
Ich habe den Eindruck, dass Sie das Konzept in manchen Teilen noch nicht richtig verstehen. Aber dies ist auch nicht einfach mit den Erklärungen auf der Hompege als alleinige Grundlage. Am besten ist immer, den Unterricht zu beobachten. Kommen Sie doch mal vorbei. Sie sind herzlich eingeladen!

Sie schrieben:
Die neue Lehrerrolle kann im Sinne des Offenen Unterrichts nicht die des 'Lerndesigners' sein - das sind die Kinder selbst. Die neue Rolle des Lehrers ist vielmehr die, die Carl R Rogers schon vor mehr als 35 Jahren in seinem Buch: 'Lernen in Freiheit' beschrieben hat: Die des Facilitators, die des Förderers des Lernens. Er verstand sich genau nicht als Lerndesigner, sondern als ein Lernbegleiter, der die Lernenden auf dem Weg ihres persönlichen Wachstums unterstützt und stärk.

Die Beschreibung der Lehrerrolle als Lerndesigner bezieht sich nur auf die Entwicklung offener Lernarrangements. Dies hat tatsächlich einen starken Designcharakter. Auch wenn diese Arrangements von der Lehrkraft vorab designt werden enthalten sie für die Kinder eine vollwertige 3-Stufen-Öffnung.
Bei der späteren Durchführung in der Praxis ist die Lehrkraft natürlich wieder in der Rolle des Lernbegleiters und die Schüler werden zu Lerndesignern (im Laufe der Schuljahre und Lernarrangements immer stärker).

Man kann sagen, dass sich Offener Unterricht mit Methode in verschiedene Lernarrangements aufteilt, die im Laufe der Zeit eine immer umfangreichere Öffnung bzw. Offenheit realisieren.

Mit offenen Grüßen aus Hamburg
Michael Kellner

Thema: offener Unterricht - Umsetzung ??
mk-zwo

Antworten: 7
Hits: 13702

31.01.2009 08:28 Forum: offener Unterricht

Hallo,

hier findest du einen interessanten Ansatz:

http://www.offener-unterricht-mit-methode.de

oder

http://www.individualisiertes-lernen.de

Gruß
Magnus (i.A. Michael Kellner)

Thema: Offenes Lernen - was ist das?
mk-zwo

Antworten: 5
Hits: 15480

Interessante Website 31.01.2009 08:22 Forum: offener Unterricht

Interessant zu lesen zu diesem Thema ist auch die Website:

http://www.offener-unterricht-mit-methode.de

oder

http://www.individualisiertes-lernen.de

Gruß
Magnus (i.A. Michael Kellner)

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