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joliee


Dabei seit: 13.03.2006
Beiträge: 1

Kritik? Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

hallo zusammen...
ich weiß ich bin hier für solch eine frage nicht unbedingt an der richtigen adresse, aber was gäe es zu freinet denn kritisch anzumerken???
grüßle

13.03.2006 23:10 joliee ist offline Email an joliee senden Beiträge von joliee suchen Nehmen Sie joliee in Ihre Freundesliste auf
Juergen
Administrator


Dabei seit: 08.11.2003
Beiträge: 281

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Hi joliee,

da solltest Du mal die Lehrer der Regelschule fragen, warum sie keinen Unterricht nach Freinet machen!

In Wikipedia findest Du etwas zu Kritik zum offenen Lernen
http://de.wikipedia.org/wiki/Offenes_Lernen#Kritik

ebenso unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Freinet-Päd...ie_Wissenschaft


Liebe Grüße

Jürgen

__________________
Jürgen Göndör
service@paed.com
http://paed.com

31.10.2006 20:50 Juergen ist offline Email an Juergen senden Homepage von Juergen Beiträge von Juergen suchen Nehmen Sie Juergen in Ihre Freundesliste auf
RomanL


Dabei seit: 11.01.2007
Beiträge: 3

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Es ist schade, wenn man auf die Frage nach Kritik schlichtweg mit einer Gegenfrage antwortet.-(

Wenn Freinet-Pädagogik tatsächlich DAS Allheilmittel wäre, dann würde sie bereits die Klassenzimmer beherrschen...
Es gibt an jeder Pädagogik Mankos, die sich eben nicht für alle Schülertypen ausgleichen lassen. So vermitteln Reformpädagogikschulen (wie nach Freinet), insbesondere in der Form des, vom Kind selbstbestimmten Lernens, oftmals zwar individuell nützliche aber gesellschaftlich unbrauchbare Methoden. Mißt man den Erfolg an der Stellung der Absolventen in der Gesellschaft, so kommt man zu keiner absoluten Aussage. Es gibt aus allen Schulformen Spitzenkräfte und auch soziale Totalversager.

Freinet hat, ebenso wie andere Reformansätze, seine Vorteile. Aber so wie es verschiedene Schülercharaktere gibt, so muß es auch verschiedene Lernsysteme geben. Wer leistungswillig und sensorisch aufgeschlossen ist, der findet in einem freien Lernsystem sicherlich sehr gute Grundlagen für die eigene Entwicklung. Wer aus einem wenig lernförderndem Elternhaus kommt oder gar nur eingeschränkt lernfähig ist, kommt oftmals mit einem abrechenbaren Frontalsystem auch gut zurecht.
Wieder andere Typen benötigen einen zentralen Druckerzeuger, wie z.B. eine Eliteschule, die schlichtweg Spezialisten züchtet.

Unsere Gesellschaft braucht verschiedene Menschentypen- und ebenso verschiedene Schultypen dafür. Learning by Doing ist nicht jedermanns Sache - und somit auch nicht das Freinet-System (oder Waldorf, oder Montessori, oder...).

MfG
Roman


PS: Übrigens zum Thema Erfolg des Schultyps -> Es wurden in der PISA-Studie sehr verschiedene Schulformen hoch gelobt, darunter auch Frontaltypen und Elite(zucht)schulen.

11.01.2007 19:18 RomanL ist offline Email an RomanL senden Beiträge von RomanL suchen Nehmen Sie RomanL in Ihre Freundesliste auf
Juergen
Administrator


Dabei seit: 08.11.2003
Beiträge: 281

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Hi,

das mit der Gegenfrage kommt daher, daß ich eben immer wieder feststelle, daß sich die Regelschule trotz ihrer offensichtlichen Mängel nicht verteidigen, nicht rechtfertigen muß. Sie braucht noch nicht einmal die eigenen Mängel verstecken.

Alternative Konzepte sehen sich dagegen allen Angriffen schonungslos ausgesetzt.

Deine Antwort - mit Verlaub - ist mir ein Dorn im Auge. Es gibt halt nun verschiedene Schülercharaktere und darauf gibt es verschiedene Ansätze und so findet jeder was er braucht.

So ist es ja leider nicht. Die Regelschule ist ja für den aller größten Teil der Schüler mit ihrem recht einseitigen Verständnis von Erziehung/Lernen/... zuständig und stellt sich diese Frage gar nicht, wie sie denn den verschiedenen Schülercharakteren gerecht wird. Umsonst produziert die Sonderschule nicht wieder Sonderschüler.

Woher stammt denn die Aussaage, daß learning by doing nicht jedermanns Sache ist? Und wer braucht denn den zentralen Druckerzeuger - der, der das nie anders kennen gelernt hat? Wer sitzt denn in den Eliteschulen - doch nicht wirklich die Elite an Geist sondern der Geldadel. Und zur Zucht (Elitezucht) hat Freinet schon in den 20er Jahren eine passenden Text geschrieben.
http://www.freinet.paed.com/freinet/ecf.php?action=ecfo4q

Wer belegt denn, daß Schüler aus Elitezuchtschulen nicht mit anderen Methoden noch viel besser wären? Und was zählt denn da - nur das was PISA mißt oder gehört zum Thema Erziehung doch etwas mehr als nur Erfolg in der Wissensgesellschaft?

Daher wird vielleicht etwas verständlicher, daß ich bei der Frage nach Kritik etwas zurückhaltend bin - zumal wenn ich gar nicht absehen kann, wer da aus welchem Grund und mit welcher Intention fragt. Damit will ich gar nix unterstellen, sondern meine Reaktion erklären!

Deine Aussage: "Wer aus einem wenig lernförderndem Elternhaus kommt oder gar nur eingeschränkt lernfähig ist, kommt oftmals mit einem abrechenbaren Frontalsystem auch gut zurecht." finde ich haarstäubend, weil ja gerade diese Schüler genau damit nicht zurecht kommen. In meiner Tätigkeit waren oft die SchülerInnen schlechte SchülerInnen, die chaotische Verhältnisse zu Haus hatten. Die reformpädagogischen Schulen aus den 20er Jahren arbeiteten aber gerade nicht mit den Kindern des Bildungsbürgertumes - auch Freinet nicht und da hat sich gezeigt, daß es eben nicht gilt, daß bildungsferne Schichten auch nur schlechte Schulen brauchten. Ganz gut nachzulesen bei der Schulfarm Scharfenberg, oder in der Hamburger Versuchsschule an der Telemannstr. Schulversuche, die Pädagogen aus Übersee besuchten!

Möglicherweise prallen da ganz verschiedene Ansichten da aufeinander - und ich sehe vor allem, daß das Regelschulsystem nicht jedermanns Sache ist. Damit will ich nicht gegen die LehrerInnen zu Felde ziehen, sondern das System selbst.

Meine Kinder sind alle zur Waldorfschule gegangen und es gibt - abgesehen von den üblichen Verunglimpfungen - sicherlich eine ganze Menge Kritik aus dieser Zeit. Da möchte ich aber trennen, zwischen der Kritik, die Sich gegen einzelne Lehrer richtet und der Kritik, die sich gegen das 'System' Waldorf richtet.

Die Reformpädagogik ist bekannt dafür, daß sie Schule 'vom Kinde her' dachte.
Das geht der Schule heute ab, wie der Satz: "Wieder andere Typen benötigen einen zentralen Druckerzeuger, wie z.B. eine Eliteschule, die schlichtweg Spezialisten züchtet." sehr deutlich zeigt. (siehe oben)

"Unsere Gesellschaft braucht verschiedene Menschentypen- und ebenso verschiedene Schultypen dafür." Wofür brauche wir denn verschiedene Menschentypen und dazu verschiedene Schultypen: Damit oben oben bleibt und unten was nach unten gehört? Seltsam das das hauptsächlich in Deutschland so ist - oder habe ich die Kritiken von Pisa falsch verstanden?

MfG
Jürgen Göndör

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11.01.2007 21:43 Juergen ist offline Email an Juergen senden Homepage von Juergen Beiträge von Juergen suchen Nehmen Sie Juergen in Ihre Freundesliste auf
RomanL


Dabei seit: 11.01.2007
Beiträge: 3

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Da ist offensichtlich gleich zwei Mal etwas im falschen Hals gelandet: 1. PISA, 2. Meine Meinung.

Die PISA-Studie hat einen Vergleich angestrebt, welches Schulsystem die bestmögliche Schülervorbereitung für die Gesellschaft schafft, in der der Schüler später leben muß/soll/will... Mehr als diese Aussage kann so eine Studie auch gar nicht ergeben, denn alle Lernerfolge werden letztendlich an der Lebensfähigkeit der Menschen in ihrem sozialen Umfeld gemessen - woran auch sonst. Wer glaubt, PISA hätte eine objektive Beurteilung einzelner Schulsysteme ergeben, der irrt leider. Das setzte voraus, daß man ein einziges Vergleichskriterium für besser oder schlechter hätte. Welches sollte das sein?

Ich weiß, daß für viele Reformpädagogen die klassische Schulform ein rotes Tuch ist. Aber liegt nicht gerade in diesem Kampf der Systeme das Versagen aller Reformansätze begründet? Eine Anwendung einzelner Ideen ist sicher sinnvoll, aber ein entweder/oder ist aus meiner Sicht nicht realisierbar.
Zurzeit kann kein einziges System für sich einen Erfolgsanspruch begründen - alle funktionieren mehr oder weniger gut (für jeweils eine bestimmte Schülerklientel). Und Einzelschulversuche sind da ebenso aussagefähig wie die Befragung von 5 Menschen als Repräsentanz für die gesamte BRD-Bevölkerung.

Ich bin sicher kein Verfechter des existierenden Schulsystemes (und glücklicherweise auch nicht mit diesem groß geworden), aber wenn man nach Nachteilen oder Kritikpunkten einer Pädagogik gefragt wird, so ist es unhaltbar, keine angeben zu "können".

LG
Roman

derhiersicherkeinenIdeenstreitvomZaunbrechenwill;-)

PS: Die Frage der "richtigen" Schulausbildung ist ebenso alt und argumentativ strittig wie die der "richtigen" Religion. Ein paar tausend Jahre wird der Streit bestimmt noch toben ;-)
Wenn man nicht von denselben Grundsätzen aus diskutiert, kann man nie eine besser/schlechter-Argumentation gewinnen. Was ist/wäre die konkrete Prüfinstanz für das so oft zitierte "besser" (bzw. "überlegen") oder "schlechter"?

12.01.2007 14:14 RomanL ist offline Email an RomanL senden Beiträge von RomanL suchen Nehmen Sie RomanL in Ihre Freundesliste auf
Juergen
Administrator


Dabei seit: 08.11.2003
Beiträge: 281

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Hi Roman,

wer sagt denn, daß die Reformansätze alle versagt haben? Woran wird das denn gemessen?

Kann denn dir Regelschule einen 'Erfolgsanspruch' anmelden?

Von der Regelschule kann man doch genauso sagen, sie funktioniere mehr oder weniger gut - für eine bestimmte Schülerklientel.

Die Frage nach dem 'richtigen' Schulsystem ist auch unsinnig - von wem und wie wird denn 'richtig' festgelegt?

Genauso wie die Frage nach der Kritik: Ohne einen Maßstab, ohne einen Bezugspunkt, wird das ein Problem. Auf so allgemeine Fragen kann man gar nicht antworten - es fehlt ja auch dann immer der Vergleich. Wenn, dann muß man schon Äpfel mit Äpfeln und Birnen mit Birnen vergleichen.

Wenn Du das soziale Umfeld - was ja hauptsächlich von Absolventen der Regelschule gestaltet wird - dann sieht es ja in diesem unseren Lande ehr traurig aus.
Die Lebensfähigkeit der Menschen in diesem System - wie mißt Du das denn. Menschen leben in allen sozialen und unsozialen Systemen - ob im Irak, in Afganistan, in Afrika, in den USA und in Deutschland. Daher ist nicht klar, was du meinst.

Die Frage nach der Prüfinstanz stellst Du selbst ja auch.

Jürgen

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Jürgen Göndör
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25.06.2007 10:44 Juergen ist offline Email an Juergen senden Homepage von Juergen Beiträge von Juergen suchen Nehmen Sie Juergen in Ihre Freundesliste auf
 
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