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PAED.COM » Reformpädagogik » offener Unterricht » Kritik an Falko Peschels Konzept » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
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Lilly Lilly ist weiblich
Grünschnabel


Dabei seit: 23.09.2010
Beiträge: 1

Kritik an Falko Peschels Konzept Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Hallo!
Ich beschäftige mich momentan mit dem Konzept des offenen Unterrichts von Falko Peschel, da ich über dieses Thema meine Bachelorarbeit schreiben werde. Ich finde das Konzept und auch die Durchführung des offenen Unterrichts nach Peschel überaus spannend und habe richtig Lust, einen solchen Unterricht in der Zukunft auch zu versuchen. In meiner Arbeit möchte ich das Konzept erst einmal vorstellen und im Anschluss Kritik -positive als auch negative- äußern. Da ich selbst noch nicht im Schuldienst tätig bin, ist dies etwas schwierig, weil ich eben nur meine Beobachtngen aus diversen Praktika angeben kann, wobei dort meist kein offener Unterricht praktiziert wurde. Habt ihr vielleicht ein paar Anregungen für mich? Weiß jemand, ob man auch in der Literatur etwas kritisches über Falko Peschels Konzept findet?
Ich würde mich über eine hilfreiche Antwort sehr freuen! smile
Liebe Grüße

23.09.2010 08:36 Lilly ist offline Email an Lilly senden Beiträge von Lilly suchen Nehmen Sie Lilly in Ihre Freundesliste auf
Juergen
Administrator


Dabei seit: 08.11.2003
Beiträge: 282

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Hi Lilly,

Kritik an Falko Peschel - das ist problematisch. Es gibt zwar viel kritisches, aber ob das immer auch Peschel und sein Konzept trifft?
Wie Du selbst schreibst, wird meist eben kein offener Unterricht praktiziert.

Ein Konzept wäre: Wesentliche Kritikpunkte - die Peschel meist auch selbst aufgreift - lesen und seine Antworten dazu lesen.

Es gibt hier im Forum viel Kritik und auch Antworten dazu, sehr ausführlich 'offener Unterricht mit Methode'. Es findet sich auch unter Rezensionen eine Auseinandersetzung mit Eiko Jürgens.

Sicher trifft auch zu, dass sich Probleme von Lehrern nicht durch offenen Unterricht lösen lassen. Der Hospitationsbericht von der Bildungsschule Harzberg lässt gut erkennen, dass offen Unterrichten nicht nur zurücklehnen ist und dagen: Macht mal.

Offener Unterricht ist eben wirklich ein anderer Unterricht, wie er zumeist an der Uni und in der Referendarzeit gelehrt wird.

So kann ich nicht mit einer Tabelle von Kritik positiv - negativ dienen. Peschel bezeichnet sein Konzept als Haltung, die Lehrer ihren Schülern gegenüber einnehmen.

Gerne weitere Fragen

Liebe Grüße

Jürgen

28.09.2010 19:05 Juergen ist offline Email an Juergen senden Homepage von Juergen Beiträge von Juergen suchen Nehmen Sie Juergen in Ihre Freundesliste auf
tinchen
Grünschnabel


Dabei seit: 09.10.2010
Beiträge: 3

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Hallo,

ich schreibe meine Zweite Examensarbeit zu diesem Thema. Wie offen ist mein Unterricht, wie offen kann ich ihn unter normalen schulischen Bedingungen gestalten und welche Auswirkungen hat offener Unterricht auf den Lernzuwachs der Schüler. Ich stehe noch in den Kinderschuhen mit der Planung zu dieser Arbeit, aber sobald ich mit der dazugehörigen Unterrichtseinheit begonnen habe, können wir uns ja vielleicht über gemachte Erfahrungen austauschen? Würde mich freun!

LG

09.10.2010 17:30 tinchen ist offline Email an tinchen senden Beiträge von tinchen suchen Nehmen Sie tinchen in Ihre Freundesliste auf
Juergen
Administrator


Dabei seit: 08.11.2003
Beiträge: 282

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Hi Tinchen,

mit den Bestimmungsrastern kannst Du Dir eine Einschätzung verschaffen, wie offen Dein Unterricht ist und gleichzeitig einen Hinweis darauf bekommen, wie es weiter gehen könnte.

Wie offen Dein Unterricht unter 'normalen schulischen Bedingungen' gestaltet werden kann, hängt von eben diesen 'normalen schulischen Bedingungen' ab. Peschel hat seinen Offenen Unterricht für seine Dissertation an einer normalen Grundschule absolviert.

Die Auswirkungen Offenen Unterrichts auf den Lernzuwachs ist auch abhängig vom gesamten Background der Klasse. Wie sich das bei einer Unterrichtseinheit darstellt, kann ich nicht sagen. bin aber recht skeptisch.

Liebe Grüße

Jürgen

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Jürgen Göndör
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17.11.2010 15:50 Juergen ist offline Email an Juergen senden Homepage von Juergen Beiträge von Juergen suchen Nehmen Sie Juergen in Ihre Freundesliste auf
tinchen
Grünschnabel


Dabei seit: 09.10.2010
Beiträge: 3

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Ich war auch eher skeptisch, aber im Grunde läuft es ganz gut. Wir haben einen Arbeitsplan erstellt und jeder Schüler darf selbst entscheiden, was er wann und mit wem arbeiten möchte.
In der Vorbereitung war es recht aufwändig, da der Klassenraum mehr strukturiert werden und wir einen gewissen Materialfundus bereitstellen mussten, sodass ein möglichst selbstständiges Arbeiten möglich ist.
Das Konzept von F. Peschel konnte ich natürlich nicht 1:1 umsetzen, da sich diese Form des offenen Arbeitens nur auf meine Stunden in der Klasse bezogen haben und das sind leider nur 3Std/Woche. Auch brauchten gerade meine Integrationsschüler viel Anleitung um selbstständig Arbeiten zu können und waren teilweise schon mit der Themenfindung überfordert.
Es gab und gibt kleinere und größere Probleme, doch bis jetzt keines, das nicht mit etwas Kreativität gelöst wurde.

03.01.2011 12:25 tinchen ist offline Email an tinchen senden Beiträge von tinchen suchen Nehmen Sie tinchen in Ihre Freundesliste auf
Juergen
Administrator


Dabei seit: 08.11.2003
Beiträge: 282

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Was ist denn aus dem Projekt geworden? Magst Du berichten? Du kannst mich auch direkt anmailen:

Jürgen

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Jürgen Göndör
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15.09.2011 22:39 Juergen ist offline Email an Juergen senden Homepage von Juergen Beiträge von Juergen suchen Nehmen Sie Juergen in Ihre Freundesliste auf
tinchen
Grünschnabel


Dabei seit: 09.10.2010
Beiträge: 3

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Oh, ich habe lange nicht mehr vorbeigeschaut ...
Meine Arbeit ist mittlerweile schon seit längerem abgeschlossen und ich habe ein durchweg positives Fazit gezogen.
Die Schüler waren wirklich in der Lage sich selbstständig ein Thema zu suchen und daran zu arbeiten. Auch ein Lernerfolg bzw- Lernzuwachs konnte festgestellt werden.
Besonders positiv war die Integration der Förderschüler, die gut von stärkeren Mitschülern profitieren konnten, aber auch selbst mal Experte waren und dadurch unglaublich viel Selbstbewusstsein gewonnen haben.
Alles in allem haben meine Schüler in der Zeit des offenen Unterrichts wohl mehr Kompetenzen erworben als in allen anderen Unterrichtsformen.
Bei weiteren Fragen und tiefergehendem Interesse einfach noch mal melden. Antwort folgt diesmal auch schneller.

03.02.2012 22:04 tinchen ist offline Email an tinchen senden Beiträge von tinchen suchen Nehmen Sie tinchen in Ihre Freundesliste auf
Juergen
Administrator


Dabei seit: 08.11.2003
Beiträge: 282

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Hi,

ich habe natürlich Interesse - wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ist da eine Staatsarbeit entstanden.

Vielleicht hast DuAuf jeden Fall interessiert mich die Arbeit und bitte darum, mir doch diese zuzumailen - auch wenn sie nicht auf den Server soll. Jürgen Göndör - E-Mail


Liebe Grüße

Jürgen

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Jürgen Göndör
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05.02.2012 15:38 Juergen ist offline Email an Juergen senden Homepage von Juergen Beiträge von Juergen suchen Nehmen Sie Juergen in Ihre Freundesliste auf
hochbekloppt hochbekloppt ist weiblich
Jungspund


Dabei seit: 18.05.2010
Beiträge: 14

interesse an austausch Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Ich habe mich viel mit dem ou beschäftigt und auch einiges in der Regelschule ausprobiert - soweit das halt untern den jeweiligen Gegebenheiten möglich war.
Da ich eine halbe Stelle habe und dementsprechend nur max. 14 Stunden in meiner Klasse habe, ging das dann nur in Deutsch und SU. Damit bin ich aber an meiner Schule ganz alleine. Es interessiert sich auch keiner dafür - also kein Austausch möglich, und vieles andere auch nicht... .
Ich habe schon vor einiger Zeit hier Gleichgesinnte gesucht, und bin weiterhin sehr an einem Austausch interessiert. In welcher Form - mal sehen.
Mich würde deine Arbeit auf jeden Fall sehr interessieren. Vorallem unter dem Aspekt, wie die Eltern reagieren bzw.wie d usie dafür erwärmt hast.
Auch die Reaktion der Kollegen,
und nicht zuletzt natürlich die praktische Durchführung KONKRET!

07.02.2012 21:05 hochbekloppt ist offline Email an hochbekloppt senden Beiträge von hochbekloppt suchen Nehmen Sie hochbekloppt in Ihre Freundesliste auf
Juergen
Administrator


Dabei seit: 08.11.2003
Beiträge: 282

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Hi hochbekloppt,

ich möchte darauf hinweisen, dass der Band II: Offener Unterricht in der Evaluation die Praxis von Falko Peschel sehr ausführlich beschreibt. 600 Seiten lang. Unterrichtsalltag, Fallstudien zur Entwicklung der SchülerInnen, Reaktionen der Eltern, Rückmeldungen der SchülerInnen, ...

Dazu kommt noch die Beschreibung von Dirk Eiermann, ein Zwischenbericht (Volltext auf der Homepage) von F. Peschel von seiner Bildungsschule Harzberg in der FuV (Exposee).

Kritisches findet sich immer noch nicht, weil die kritischen Anmerkungen fast nie das Konzept Peschel treffen. Bohnsack (Schule - Verlust oder Stärkung der Person? 2008 ISBN-10: 3781516113 ISBN-13: 978-3781516113) moniert, das Lehrer der Qualität Peschels leider nicht die Norm seien und daher das Konzept von Falko Peschel nicht flächendeckend umsetzbar wäre. Diese Ansicht geht allerdings davon aus, dass die Lehrerausbildung und die Ausleseschule unverändert bleiben.

Liebe Grüße

Jürgen

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Jürgen Göndör
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13.02.2012 17:46 Juergen ist offline Email an Juergen senden Homepage von Juergen Beiträge von Juergen suchen Nehmen Sie Juergen in Ihre Freundesliste auf
hochbekloppt hochbekloppt ist weiblich
Jungspund


Dabei seit: 18.05.2010
Beiträge: 14

mir gehts gar nicht um Kritik Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Hallo Jürgen,
ich habe den Eindruck, dass du mich mißverstanden hast. Mir geht nicht um Kritik an Peschels Konzept (welches ich gut finde), sondern vielmehr um die (ansatzweise) Übertragung auf den Unterricht in der Regelschule.
Vor allem geht es mir um einen Austausch mit Gleichgesinnten (siehe Anfrage von vor über einem Jahr) mit Leuten, die was in diese Richtung ausprobieren wollen, aber an einer Regelschule sind.
Und das scheint sehr schwer zu sein..

(Den Evaluationsband habe ich nicht gelesen, den Bericht von Dirk schon, was meinst du mit dem Zwischenbericht, habe ich so nicht gefunden. Hospitiert habe ich auch, sowohl in Harzberg als auch in Harmonie)

21.02.2012 10:20 hochbekloppt ist offline Email an hochbekloppt senden Beiträge von hochbekloppt suchen Nehmen Sie hochbekloppt in Ihre Freundesliste auf
Dirk Dirk ist männlich
Grünschnabel


Dabei seit: 17.12.2010
Beiträge: 3

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hallo*

ich denke, dass ich verstehe, was du meinst. es geht um die rahmenbedingungen an regelschulen und die entsprechenden einschränkungen. es geht um kompromisse, die man vielleicht machen muss.

zwei gedanken dazu:

vielleicht sollte man besser nicht vom peschel-konzept reden, denn er macht ja nur eine variante vor und zeigt, dass es sich lohnt, öffnung zu wagen. er zeigt sogar die schritte einer öffnung. sein eigenes beispiel beweist, wie weit das dann gehen kann.

der zweite gedanke ist, dass das, was einer in seiner schule bzw. klasse wagt, nicht nur von den rahmenbedingungen abhängt, sondern auch stark von der persönlichkeit. ich war an einer montessorischule angestellt und ich bin mit den kleinsten öffnungsbemühungen überall angeeckt. das muss man aushalten wollen. die regelschule selbst halte ich nicht zwingend für ein hindernis. peschel machte seine ersten versuche an einer stinknormalen regelschule. ein nettes beispiel ist auch der versuch von renate stubenrauch in den siebziger jahren (zu lesen in "nicht nur für die schule leben"). noch weiter zurück liegen die ersten versuche von alexander neill vor der summerhill-gründung, ebenfalls an regelschulen (nachzulesen beispielsweise in "a dominie in doubt"). diese erprobungen waren im wesentlichen unterrichtsfreier unterricht und selbstverwaltung im klassenzimmer. sie fanden zu einer zeit statt, als die gesellschaftlichen strukturen viel enger und die haltungen der eltern und lehrer viel autoritärer waren. trotzdem gab es die "dickköpfe", die sich einfach über die norm hinweggesetzt haben.

von einem konzept oder gar einer methode, die man übernimmt oder überträgt, kann also nicht die rede sein. es geht darum, wie man kleinen menschen begegnen möchte und wie man mit den anderen großen umgeht, die das schwer akzeptieren können.

gruß
dirk
*warum sollen die leute dich eigentlich "hochbekloppt" nennen?

27.02.2012 20:45 Dirk ist offline Email an Dirk senden Beiträge von Dirk suchen Nehmen Sie Dirk in Ihre Freundesliste auf
 
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