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PAED.COM » Reformpädagogik » offener Unterricht » Neuerscheinung: Offener Unterricht - 8/2013 » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
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Juergen
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Neuerscheinung: Offener Unterricht - 8/2013 Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Hi,

Offener Unterricht: ... hier lerne ich was ich will - das ist der Titel eines neuen Buches. Untertitel: Von der Freiheit, das eigene Lernen im Unterricht selbst zu bestimmen . Autor: Jürgen Göndör.

Zum Schnuppern: Inhaltsverzeichnis, Kapitel anlesen, Klappentext: Schnuppern im Buch

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Liebe Grüße

Jürgen

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Jürgen Göndör
service@paed.com
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08.08.2013 14:11 Juergen ist offline Email an Juergen senden Homepage von Juergen Beiträge von Juergen suchen Nehmen Sie Juergen in Ihre Freundesliste auf
Juergen
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Rückmeldung F. J. Neffe Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

mit freundlicher Genehmigung von F.J. Neffe

Lieber Dr. Peschel, lieber Herr Göndör,

warum bleiben Sie immer noch beim Unterrichten?
Unterrichten ließ früher der König seine Untertanen.
Unterrichtung ist dafür da, dass sich die unten nach denen oben richten.
Unterrichtung kommt immer von oben herab.
Unterricht richtet nach unten?
Wollen Sie da mit den Schülern hin?

In der neuen Ich-kann-Schule wird gelernt und gelehrt.
LERNEN heißt: FÄHRten des Lebens verfolgen – GeFAHRen auf sich nehmen und bestehen – eigene ErFAHRungen sammeln.
Wenn dich deine Lebensfährten so faszinieren, dass andere neugierig werden und dir VON SICH AUS FOLGEN WOLLEN; bist du LEHRER.
LEHREN heißt ein mitreißendes VORBILD FÜR LERNEN sein.
LEHRER haben SOG-Wirkung.

Unterrichtsvollzugsbeamte machen Druck.
Druck komprimiert Mensch + Problem; das ist das exakte Gegenteil von Lösung.
Unter Druck wächst nichts.
Wenn wir einen Stein auf den Rasen legen, geht das Gras daraunter ein.
Wenn wir den Stein auf die Seele legen, ist die Wirkung genauso vernichtend.
Mit Druck kann man auch die Kräfte nur sehr schlecht lenken.
Der Bauer weiß das; drum spannt er die Pferde nicht hinter sondern vor den Wagen.

Sog löst.
Sog richtet auf.
Sog macht wachsen.
Mit Sog lassen sich die Kräfte punktgenau lenken; mühelos.
Sog ist das Grundprinzip der neuen Ich-kann-Schule.
Für Wirkung mit SOG muss man sich was auf-/einfallen lassen, was ZIEHT.
Dafür braucht es keine Anstrengung, dafür braucht es GEIST.
Wenn wir dafür Sorge tragen, dass nicht nur der Körper täglich gefüttert wird sondern auch die Kräfte von Geist und Seele,
dann WACHSEN sie und der Mensch wird seinen Aufgaben GEWACHSEN.

In dem, was Sie beschreiben, sind Sie doch eh schon weit über Unterricht hinaus.
Sie merken ja, dass Sie SOG-Wirkung haben und
das zeigt Ihnen, dass Sie keine Unterrichter sind sondern wirkliche LEHRER.
Es wäre natürlich zur Orientierung hilfreich, wenn Sie das auch deutlich zeigen.
Ich wünsche Ihnen wachsenden Erfolg und grüße herzlich.

Franz Josef Neffe

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Jürgen Göndör
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24.08.2013 23:45 Juergen ist offline Email an Juergen senden Homepage von Juergen Beiträge von Juergen suchen Nehmen Sie Juergen in Ihre Freundesliste auf
Juergen
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Hi JFNeffe,

vielen Dank für Ihre Mail und die Reaktion auf mein Buch. Ich würde gerne mit Ihrer Zustimmung diese Mails ins Forum setzen?

Nach Wikipedia ist "Unterricht im allgemeinen Sinn ist ein Vorgang zur Aneignung von Fertigkeiten und Wissen. Dazu gehört auch der Selbstunterricht. ... Moderne Definitionen ... betrachten den Unterricht als Kommunikationsprozess. Unterricht ist demnach ein Interaktionsgeschehen ...".

Es ist also durchaus nicht so, wie Sie glauben machen wollen ein Prozess, der nur von oben nach unten denkbar ist. Aber wenn man im Internet recherchiert ist es schon entmutigend, wenn Unterricht meist nur rezeptiv gesehen wird: z.B. hier: http://www.synonyme.woxikon.de/synonyme/unterrichten.php

Genau deswegen handelt ein Kapitel in meinem Buch ja auch von einem Paradigmenwechsel, den Falko Peschel mit seinem "Offenen Unterricht" eingeleitet hat. Auch in der Reformpädagogik wird weiterhin von Unterricht gesprochen, auch wenn auch damals auf diesen veränderten Blickwinkel in Schule immer wieder hingewiesen wird. Schule wird eben nicht mehr von 'oben her' sondern 'vom Kinde her' gedacht.

Leider sind durch die Jahre der Diktatur (33-45) diese libertären Ansätze (z.B. Summerhill) gründlich verschüttet worden. So gründlich, dass wir heute wieder ungefähr da stehen wie vor 100 Jahren. Wir sind sogar noch stolz darauf, eine Wissensgesellschaft zu sein. Das bedeutet aber, alle, die nicht so sehr vom Wissen profitieren (können), nehmen auch an unserer Wissensgesellschaft nicht teil, sind schon durch die Definition ausgegrenzt.

Es bedarf der modernen Neurologie, um sich darüber klar zu werden, dass es eben keine Lehr-Lern-Prozesse gibt, nur das vermitteln, was sie lehren möchten. Die 'absichtsvoll geplanten Lernprozesse' haben so viele unerwünschte Nebenwirkungen, dass man sie lieber ganz sein lassen sollte, z.B. das es mit der Demokratie nicht so weit her sein kann, weil es ja doch immer nach dem Lehrplan geht. In drei Kapiteln wird daher dem Lernen, wie es sich bei den Kindern vollzieht, nachgespürt.

Das Gehirn lernt immer - so Manfred Spitzer..

Was spricht also dagegen, Kinder gleich dabei zu unterstützen, das zu lernen, was sie von sich aus lernen wollen?

Allerdings ist das Wort 'Lehrer' dann fast genauso problematisch wie Unterricht.

Und wenn Lehrer eine Sogwirkung erzielen müssen/sollen, dann ist alles beim alten - nur die Namenschilder haben gewechselt: Lehrer werden aktiv und SchülerInnen sind dann rezeptiv beteiligt. Im Offenen Unterricht ist es aber so, dass die SchülerInnen ihr Lernen selber in die Hand nehmen und selbst bestimmen, was sie jetzt lernen wollen. Sie sind selbst ihr Sog.

Sie müssen es auch sei, denn wenn nicht sie selbst an dem was sie Lernen interessiert sind, na dann gute Nacht. Und - welche LehrerIn schafft es, 28 Stunden die Woche und ca. 40 Wochen im Jahr und das 40 Jahre lang ein mitreißendes VORBILD FÜR LERNEN sein?

Liebe Grüße

Jürgen Göndör

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Jürgen Göndör
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25.08.2013 00:19 Juergen ist offline Email an Juergen senden Homepage von Juergen Beiträge von Juergen suchen Nehmen Sie Juergen in Ihre Freundesliste auf
Juergen
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Lieber Herr Göndör,

vorgegebene, alte Definitionen müssen uns ja nicht am Denken und an einer sorgfältigen Prüfung hindern.
Die "Wikipedia Definition" von "Unterricht" geht mir völlig an der wirklichen Wirklichkeit vorbei.
Da werden nur alte Schablonen wiedergekäut.

Fertigkeiten und Wissen, das lässt sich einfach durch Experiment zeigen, können gar nicht angeeignet werden.
Fertigkeiten sind angeboren, aufdass sie entwickelt und zum Wachsen gebracht werden.
Wissen ist eine angeborene Fähigkeit, die es ebenfalls zu entfalten und zum Wachsen zu bringen gilt.

Was die Pädagogik da ständig zu vermitteln und beizubringen und zu unterrichten trachtet, ist nicht Wissen sondern Papierwissen, sind nicht Fertigkeiten sondern Nachspielereien.

In der neuen Ich-kann-Schule habe ich immer klar und deutlich gesagt, dass Wissen kein Ding- sondern ein Tunwort ist. Unser Tun müssen wir diesbezüglich verbessern. Es geht bei der Entwicklung von Wissen ums SEIN und nicht ums HABEN.
Gehabtes Wissen ist Ballast; wissend = sehend (von griech. "idein" und lat. "videre" für "sehen") zu sein, befähigt, mit Ballast souverän umzugehen.

Ich möchte keineswegs etwas glauben machen.
Mich interessiert die Wirkung von Wort und Sprache.
Worte wirken auch dann, wenn wir sie nicht oder falsch verstanden haben.
Ob eine Definition brauchbar oder unbrauchbar ist, zeigt sich m.E. daran, ob sie ein Problem praktisch löst oder nicht.
Vergleichen Sie doch einmal dieselbe Aussage a) vom Schulleiter zum Schüler und b) vom Schüler zum Schulleiter:
a) „Liebe Schüler, ich unterrichte Euch darüber, dass heute die Schule erst um 13.00 Uhr endet.“
b) „Lieber Herr Schulleiter, wir unterrichten Sie darüber, dass heute die Schule schon um 12.00 Uhr endet.“
Wenn es keine Hierarchie beim Unterrichten gäbe, müssten ganz selbstverständlich beide Sätze etwa gleich oft zu hören sein.

Die „vom Kinde her“ gedachte Pädagogik finde ich nicht ok.
Ich habe das für die Aktion Humane Schule vor 32 Jahren einmal aufgeschrieben. (Ein Kapitel der IKS)
Ich finde es ausgesprochen dreist, wenn Leute, die oft selber noch nicht richtig laufen gelernt haben, Modelle für das Laufen von Kindern entwickeln.
Die sollen gefälligst erst einmal selber laufen lernen,
und wenn die Kinder sehen, dass es einem so besonders gut geht, wird es interessant und sie machen es – infolge SOG-Wirkung - von selbst nach.

Es ist keineswegs in Ordnung, für andere Menschen Schablonen zu konstruieren, die man für passend für sie hält.
Wir sind ja alle selber Kind und ich sehe kaum jemand, der sich selbst als Kind verstanden hätte.
Wer sich als Kind nicht verstanden hat, versteht auch andere als Kind nicht.
„Vom Kinde aus“ kann man erst gehen, wenn man „zum Kinde hin“ gefunden hat.

Ich habe nirgends gesagt oder geschrieben, dass der Lehrer ständig Sog machen müsse.
Wir müssen aber endlich lernen, die feinen SOG-Wirkungen des Lebens nicht mehr zu verdrängen sondern wahrzunehmen.
Ich gebe Ihnen ein einfaches, praktisches Beispiel, warum das so wichtig ist:
den frustrierten Mathe-Lehrer, der schon mit der Einstellung in die Schule kommt:
„Mein Gott, wenn ich nur schon wieder draußen wäre und mit all dem nie wieder was zu tun haben müsste!“
Auf welcher FÄHRTE ZIEHT es die Schüler ihm ach:
+ auf der Fährte der Mathematik oder
+ auf der Fährte „Mein Gott, wenn ich nur schon wieder draußen wäre und mit all dem nie wieder was zu tun haben müsste!“ ?

Die entscheidendsten Wirkungen haben (nicht nur) Lehrer keineswegs nur mit dem, was sie arbeiten.
Wir brauchen Kinder nicht zu überstützen, dass sie interessanten Fährten des Lebens folgen.
Das geht in der Regel völlig ohne Unterstützung dabei.
Unterstützen müssen wir heute allenfalls, dass man sie wirklich LERNEN = Fährten folgen lässt.

Und wenn der LEHRER ein wirklicher LEHRER und kein Lehrplanvollzugsbeamter ist,
dann ist er ein LERN-VORBILD.
Was soll für Kinder problematisch sein, wenn sie einen Lehrer beim Lernen erleben und erleben, wie es ihn freut und fasziniert?
Ein Lehrer ist jemand, der auf Sog-Wirkungen achtet.
Er muss keinesfalls die Kinder dahin zerren, wo er sie früher hinschieben wollte.
Ein Lehrer sollte die SOG-Kräfte des Lebens verstehen.
Dann weiß er, wo es seine Kinder hinzieht und warum.
Und dann kann er ihre Entwicklungs- und Entfaltungs- und Wachstumsprozesse sensibel, wo es ihm sinnvoll erscheint, anregen, stärken und ggf. auch lenken.
Nur als Lernbegleiter nebenherzutrotten und die wirkenden Kräfte nicht zu verstehen, hielte ich für unbefriedigend.

Ich sehe uns in der Intention durchaus in derselben Richtung unterwegs.
Wir sollten nur alten Ballast entrümpeln und in manchem noch sehr viel genauer werden.
Ich meine nicht, dass Kinder selbst ihr Sog sind.
Sie sind aber mit allem begabt, was es braucht, SOG wahrzunehmen und zu verstehen.
Wenn dies ins Bewusstsein gehoben wird, können wir wirklich WÄHLEN = WOLLEN, welcher Wirkung wir wie folgen,
Sog ist einfach der Gegenpol zu Druck, und er ist heute in der Pädagogik nur deshalb so wichtig,
weil in der Vergangenheit alles mit Druck gemacht wurde.

Wenn etwas nicht klappte, glaubte man, es geht, wenn man die Anstrengungen = den Druck verdoppelt.
Davon wurde man aber nur doppelt angestrengt.
Es geht nicht darum, nun ins entgegengesetzte Extrem zu fallen,
es geht darum, zu einer souveränen Ausgeglichenheit zu finden.

Wenn Sie wollen, können Sie das alles gern ins Forum setzen.
Ich finde es ganz großartig, dass Sie sich um eine menschliche Entwicklung entmühen,
und wünsche Ihnen und uns guten Erfolg.

Herzlich grüßt

Franz Josef Neffe

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Jürgen Göndör
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25.08.2013 00:22 Juergen ist offline Email an Juergen senden Homepage von Juergen Beiträge von Juergen suchen Nehmen Sie Juergen in Ihre Freundesliste auf
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Ich möchte hier auf das Interview von Prof. Dr. Michael Vogt mit F. J. Neffe hiweisen. Es wird deutlich, dass die Schule alleine dadurch, dass sie lehrt, den Kindern vermittelt, dass ihr eigenes Lernen-wollen irrelevant ist und dass nur das gilt, und nur das wichtig ist, was sie selbst lehrt.

Das Interview dauert ca. 1 Stunde und beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Ansatz der Autosuggestion von Émil Coué (1857 - 1926)

"Suggestion unterteilt sich in Hetero- und Autosuggestion. Das ist sehr viel mehr als mentaltechnische Fremd- und Selbstbeeinflussung. Autosuggestion = der eigene Einfluß. Pädagogik, Therapie, Medizin, …. bis hin zur Religion ist heut alles FREMDER Einfluß. Es fällt gar nicht auf, daß man uns den EIGENEN Einfluß völlig „wegrationalisiert“ hat. Darum ist Autosuggestion in Coué-Qualität so wichtig.

Suggestion ist eine Geste von unten (lat. „sub“) hinauf – wir sind dagegen nur an eine Hierarchie gewohnt, in der alles von oben herab kommt. Zu Coués Zeit machten alle Menschen Autosuggestion. Durch Coué wurde sie weltberühmt, weil er mit Abstand am besten verstanden hatte, daß man beDIENEN lernen muß, was man beherrschen will." (Hervorhebungen durch Großschreibung im Original)

Quer denken - Autosuggestion von und mit Émile Coué

Ein ausführliches Interview zu Pädagogik und Schule steht noch aus.

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Jürgen Göndör
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11.06.2014 16:45 Juergen ist offline Email an Juergen senden Homepage von Juergen Beiträge von Juergen suchen Nehmen Sie Juergen in Ihre Freundesliste auf
 
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