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PAED.COM » Reformpädagogik » offener Unterricht » ... und wenn die Kinder noch nicht lesen und schreiben können? » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
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Glühwürmchen
Jungspund


Dabei seit: 16.06.2013
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Fragezeichen ... und wenn die Kinder noch nicht lesen und schreiben können? Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Hallo,

vor Kurzem bin ich auf das Thema "Offenen Unterricht" in Zusammenhang mit Falko Peschel aufmerksam geworden und habe nun das erste Peschel-Buch zum Offenen Unterricht zur Hälfte durch. Und plötzlich wird mir klar, warum ich zwar von den ganzen "neuen" Unterrichtsformen angetan war, aber bei der Umsetzung von "Wochenplan" und "Werkstattunterricht" doch nie ganz zufrieden war Augen rollen Nun habe ich zwei Fragen, die ihr mir vielleicht beantworten könnt:

Nächstes Jahr werde ich eine reine erste Klasse unterrichten. Wie beginne ich da mit dem offenen Unterricht? Einerseits ist es vielleicht leichter, weil die Kinder das freie Entscheiden ja vom Kiga kennen ("ich spiele was ich will"), andererseits können die wenigsten Erstklässler schon lesen und schreiben. Sich Infos aus Büchern holen ist da ja noch nicht möglich... Außerdem werde ich nicht komplett offen arbeiten dürfen (staatliche Schule), aber ich würde gerne nach wenigen gebundenen Phasen, die ich auf die Zeit nach acht und nach der Pause beschränken würde, die Kinder größtenteils offen arbeiten lassen wollen...

Und die zweite Frage: Wie beginne ich mit dem offenen Unterricht in meiner jetzigen Klasse (2.Jg.)? Ich kann ja schlecht sagen: "So jetzt erzählt mir jeder Mal, was er bis zur Pause arbeiten will!" und die Kinder "loslassen"? In meiner jetzigen Zweiten (die toll ist, aber nur Werkstatt und Wochenplan kennt) fallen mir auf Anhieb viiiiele Kinder ein, die nicht wüssten, was sie nun tun sollen, wenn ich sie "plötzlich" frei lasse. Klar, sie sind es ja gewohnt, dass ich die Aufgaben stelle. Wie mache ich das also, wenn ich meine Schüler in den nächsten Wochen bis Schuljahresende (noch sechs Wochen) wenigstens zum Offenen Unterricht hinführen will? (genau genommen, wären die nächsten Wochen mein "Übungsbereich". Die Klasse hat nächstes Schuljahr einen neuen Lehrer, der vermutlich ganz "normal" unterrichtet....)

Auch für grundsätzliche Tipps wäre ich dankbar! Lieben Dank!

Viele Grüße,
Glühwürmchen

16.06.2013 18:29 Glühwürmchen ist offline Email an Glühwürmchen senden Beiträge von Glühwürmchen suchen Nehmen Sie Glühwürmchen in Ihre Freundesliste auf
hochbekloppt hochbekloppt ist weiblich
Jungspund


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Hallo,
ich fange mal mit der zweiten Frage an:
Das ist doch ideal am Ende Klasse 2. Wahrscheinlich haben die meisten Kinder die Ziele für das Ende der Eingangstufe erreicht und du kannst nicht mehr viel falsch machen (in den Augen der Eltern und der Schulleitung). Aber was du machen kannst, ist auf diese Art SELBER Erfahrungen sammeln und deine Haltung stärken. Wenn du den Kindern beispielsweise sagst: " Ihr könnt machen, was ihr wollt. Nur es sollte etwas mit lesen, schreiben, rechnen oder forschen zu tun haben."
Wer keine Idee hat, darf noch irgendwelche Arbeitshefte beenden, liegengebliebene Arbeitsblätter fertig machen, ... (wenn du das anbieten möchtest).
Bei mir war es am Ende Klasse 1 so, dass Tag für Tag mehr Kinder sich von den Arebitsheften etc. gelöst haben und eigene Ideen hatten. Ganz wichtig fand ich den abschließenden Vorstellungskreis, damit die Kinder klar mitkriegen, was "angesagt ist" und was nicht.
Da kannst du so staunen, was passiert... Mir hat es sehr geholfen, meinen "defizitorientierten Blick" zu verändern.
Zur ersten Frage: Wenn du sieh alleine schon die Buchstaben in einer selbst gewählten Reihenfolge erarbeiten lässt und gut beobachtest, dann kriegst du ein Gespür, was du zulassen kannst und was nicht.
Aber gerne später mehr dazu...
Ich wünsche dir viel Mut und Spaß, offene Augen und Ohren beim Ausprobieren
hochbekloppt

20.06.2013 19:36 hochbekloppt ist offline Email an hochbekloppt senden Beiträge von hochbekloppt suchen Nehmen Sie hochbekloppt in Ihre Freundesliste auf
Glühwürmchen
Jungspund


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Hallo hochbekloppt!

Vielen dank für deine Antwort!
Das klingt sooo einfach! Ich wage es! :-D Das mit den Arbeitsheften ist ja logisch! Hätt ich ja selber draufkommen können ;-)

In der ersten will ich viel mit offenen Aufgaben in Mathe und freiem schreiben in deutsch arbeiten. Ist das dann schon offen genug?

Liebe grüße, Glühwürmchen

(entschuldigt die Rechtschreibung, ich tippe grad am Handy...)

21.06.2013 14:48 Glühwürmchen ist offline Email an Glühwürmchen senden Beiträge von Glühwürmchen suchen Nehmen Sie Glühwürmchen in Ihre Freundesliste auf
Glühwürmchen
Jungspund


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Was ich mit "offen genug" meine:
Reicht schon eine Stunde offenes Arbeiten? Ist es nicht so: je offener desto erfolgreicher? Oder anders herum: offener Unterricht funktioniert nicht, wenn er nicht durchgängig praktiziert wird? Ich hoffe ihr versteht was ich meine...
LG, Glühwürmchen

24.06.2013 19:00 Glühwürmchen ist offline Email an Glühwürmchen senden Beiträge von Glühwürmchen suchen Nehmen Sie Glühwürmchen in Ihre Freundesliste auf
hochbekloppt hochbekloppt ist weiblich
Jungspund


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Hallo Glühwürmchen,
wichtig ist in erster Linie, dass DU damit gut klarkommst und authentisch bist. Dann ist auch eine Stunde (am Tag, in der Woche?) schon gut. Eine gewisse Regelmässigkeit erleichtert die Sache natürlich, weil die Kinder dann wissen, was los ist.
Wenn du mehr schaffst - auch gut. Mach DEINE Erfahrungen und entscheide danach. Und mach aus der Offenheit möglichst kein Dogma... mit Kompromissen lässt es sich auch leben und lernen. Hilfreich finde ich es auch, viel zu lesen und den Horizont zu erweitern.
Ich bin neugierig, schreib deine Beobachtungen mal auf, wenn du magst.

24.06.2013 20:59 hochbekloppt ist offline Email an hochbekloppt senden Beiträge von hochbekloppt suchen Nehmen Sie hochbekloppt in Ihre Freundesliste auf
Juergen
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Hi Glühwürmchen,

ich stimme hochbekloppt vollkommen zu.

Weniger ist mehr!

Es ist vielleicht nur wichtig, dass Du nicht mischt. Wenn Du mit dem Offenen Unterricht angefangen hast greife nicht auf Methoden des geschlossenen Unterrichtes zurück, ohne den Kindern genau zu erklären, warum Du diesen Schritt tun willst. Vielleicht gibt die Diskussion ja einen besseren Anhaltspunkt, was verändert werden könnte. Nur wenn Du zurückruderst ohne Diskussion und ohne Erklärung, befürchte ich, dass Du Deine Glaubwürdigkeit verlieren könntest. Besonders dann, wenn Du im Bereich der Mitbestimmung wieder mehr geschlossen arbeiten willst. Es muss nicht so sein, dass die Kinder Dein geschlosseneres Verhalten absegnen müssen, aber sie sollten schon wissen warum und auch die Möglichkeit haben ihr Verhalten zu überdenken und zu ändern.

Besser wäre nach meiner Ansicht langsamer vorzugehen und die SchülerInnen zu beteiligen, über Ängste oder vermutete Schwierigkeiten offen zu sprechen und zu versuchen 'eine gemeinsame Lösung zu finden', als wieder etwas einschränken zu müssen.

Und zu den viiieelen Kindern: frag sie doch mal, was sie gerne machen würden. Wenn sie Ideen haben, dann können sie ja daran arbeiten - vielleicht brauchen sie viel Hilfe - vielleicht aber auch nicht. Und wenn sie noch keine Ideen haben, dann kannst Du ja weitermachen, wie bisher auch und immer wieder mal fragen. Vielleicht können Sie ja auch FreundInnen fragen oder Eltern oder Omi oder Opi, oder Bekannte. Sie könnten ja daraus eine Liste machen und dann daraus auswählen?

Liebe Grüße

__________________
Jürgen Göndör
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11.09.2013 22:25 Juergen ist offline Email an Juergen senden Homepage von Juergen Beiträge von Juergen suchen Nehmen Sie Juergen in Ihre Freundesliste auf
Glühwürmchen
Jungspund


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Vielen Dank für eure Antworten.

Letztes Schuljahr habe ich in meiner zweiten den Sachunterricht geöffnet und es hat super geklappt. So gut, dass ich es auf jeden Fall weitermache, sobald meine neuen Kinder lesen und schreiben können. Sachunterricht steht also :-)

Jetzt in meiner Ersten, die noch nicht lesen und schreiben und rechnen können und noch nicht wissen, wie Schule ist, frag ich mich, wie ich den Offenen Unterricht angehe. Wie mach ich das konkret in Mathe und Deutsch? Habt ihr ein paar Beispiele für mich?

LG, Glühwürmchen

14.09.2013 10:17 Glühwürmchen ist offline Email an Glühwürmchen senden Beiträge von Glühwürmchen suchen Nehmen Sie Glühwürmchen in Ihre Freundesliste auf
Juergen
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Hi,
eine Fundgrube sind die Bücher von Falko Peschel: Offener Unterricht in der Evaluation. Teil 1 und Teil 2.

Da wird nicht nur der Unterricht beschrieben, sondern auch für jede SchülerIn eine Fallstudie über ihr Lernen erstellt. Für die Bereiche Lesen, Schreiben, Rechnen wird genau beschrieben, wie die Kinder Lernen, welche Lernfortschritte sie machen.

Nach meiner Auffassung ist es wichtig, nicht den Sachunterricht vom Unterricht in lesen, Schreiben und Rechnen zu trennen - damit meine ich nicht die Zeit, in der man mit Offenem Unterricht anfängt.

Das gleiche Prinzip wie im Sachunterricht funktioniert auch für Lesen, Schreiben und Rechnen.

Es ist nicht die LehrerIn, die mit Tricks und Kniffs den Kindern das beibringt, was sie lernen sollen. Es sind die Kinder, die das alles lernen wollen und sie brauchen dabei die Unterstützung der LehrerInnen, damit sie das auch erfolgreich lernen können.

Die Grundschule Harmonie hat eine ganze Reihe von Maßnahmen - von Adam Riese der immer wieder kniffelige Matheprobleme vorstellt und wer Interesse hat, kann daran knobeln, über die Kinder-Uni, wo LehrerInnen immer wieder ein Thema vorstellen und wen es interessiert, der kann das zu seinem Thema machen, ...

Wichtig erscheint mir die Frage: 'Was habt ihr heute vor?' Je mehr die LehrerIn vorgibt, desto weniger Ideen haben die Kinder selbst. Deswegen hält Falko Peschel das 'weiße Blatt' für das beste Arbeitsblatt.

Für den Anfang - vor allem wenn die Kinder schon daran gewöhnt sind, Vorgaben zu bekommen, möchte ich empfehlen, ein Kind immer wieder selbst zu fragen, was es denn jetzt gerne lernen will, um so sein Selbstvertrauen in das eigene Lernen zu stärken. Ganz egal, was es lernen will.

In der Playlist findet sich der Film über den Unterricht von Falko Peschel (in fünf Teilen) - vielleicht gibt der auch Inspiration für Dich, wie Du vorgehen kannst.
Playlist

Liebe Grüße

Jürgen

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Jürgen Göndör
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15.09.2013 12:13 Juergen ist offline Email an Juergen senden Homepage von Juergen Beiträge von Juergen suchen Nehmen Sie Juergen in Ihre Freundesliste auf
Glühwürmchen
Jungspund


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Hallo Jürgen,

danke für deine Anregungen! Teil 1 von Peschel hab ich schon, Teil 2 fehlt mir noch. Aber das ist ja auch der Praxisteil - denn will ich noch anschaffen.

Ich muss jetzt wirklich einfach nochmal ganz doof fragen: Was mache ich, wenn ein Schüler auf die Frage "Was hast du heute vor?" zur Antwort gibt "Ich will Lesen lernen!" ? Ich muss doch irgendwie Hilfen, Anregungen oder Materialien zur Verfügung stellen, oder nicht?!? Denke ich immer noch zu frontal?

Und: wenn ich dem Schüler dann z.B. die Anlauttabelle gebe, muss ich die doch erklären! Oder? Ich kann ich doch nicht einfach damit alleine lassen!?

Danke für den Tipp mit der Kinderuni. Da schau ich mich gleich mal um.

LG,
Glühwürmchen

Ach ja, der Film ist toll!!! Den hab ich mir auch schon gegönnt :-)

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Glühwürmchen am 15.09.2013 21:00.

15.09.2013 20:59 Glühwürmchen ist offline Email an Glühwürmchen senden Beiträge von Glühwürmchen suchen Nehmen Sie Glühwürmchen in Ihre Freundesliste auf
Juergen
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Hi Glühwürmchen,

wie wäre es mit einer Rückfrage: "Was möchtst Du denn lesen?"

Peschel berichtet z.B. davon, das ein Kind eine Karte oder einen Brief bekommen hatte und nun lernen wollte, was denn da geschrieben wurde. Dann könnte man ja nicht die Anlauttabelle grundsätzlich erklären, sondern sie nehmen und beginnen den Text der da steht mit ihrer Hilfe zu entziffern. Ganz konsequent würde ich aber das Kind entscheiden lassen, was es denn lesen lernen will. Auch dann, wenn Dir andere Sachen geeigneter zu sein scheinen.

Hinter der Aussage: Ich will lesen lernen! können ja so viele Interessen, so viele Motivationen stehen, auf die man als Gegenüber gar nicht kommt. Da ist man dann schon eine ganze Ecke weiter, wenn man hinter dem großen und leider ganz allgemein klingenden Wunsch auf das konkrete Interesse gestoßen ist.

Wenn Du selbst nicht helfen kannst oder willst, kannst Du ja auch fragen: "Mit wem möchtest Du denn lesen lernen?" Wenn dann die Antwort kommt: "Mit Dir!" kannst Du dich ja immer noch entscheiden. Vielleicht ist es auch nur der Anfang, der gemacht werden muss und das Kind will oder/und kann dann alleine weiterarbeiten - oder auch mit einer FreundIn?

Du merkst ja wahrscheinlich auch, wie stark das Interesse des Kindes ist, wie wichtig es dem Kind ist, jetzt lesen zu lernen, oder auch jetzt mit Dir zusammen zu sein. Vielleicht nimmt ein Gespräch eine ganz andere Richtung und das 'ich will lesen lernen' war nur ein Versuch, in Kontakt zu kommen.

Wichtig scheint mir auch zu sein, dass Du 'am Ball' bleibst. D.H. direkt oder indirekt verfolgst, ob das Kind mit seiner selbst gewählten Aufgabe klar kommt. Das ist ja auch der Vorteil: Nicht Du hast eine Aufgabe verteilt, sondern das Kind will etwas. Du kannst dann fragen, ob es zurecht kommt - aber lass es ruhig auch etwas alleine herumprobieren.

Immer dran denken, nicht Du willst das das Kind jetzt lesen lernt sondern das Kind will es - vielleicht. Der Wunsch doch jetzt aktiv zu werden und mit Hilfen, Anregungen oder Erklärungen einzusteigen ist zwar verständlich, erstickt aber die Motivation des Kindes selbst aktiv zu werden. Auch wenn direkt um Hilfe gebeten wird, würde ich mich ehr spröde geben, fragen, ob denn nicht jemand anderes helfen kann.

Anregungen zum lesen können auch die Kinder selbst geben, in dem Du anregst, jede/r die/der möchte, kann sein Lieblingsbuch mitbringen und vorstellen und etwas darüber erzählen. Vielleicht kann dieses Buch dann auch einige Zeit in der Klasse verbleiben und so auch anderen Kindern zur Verfügung stehen. Wenn viele Angebote kommen kann das ja auch entzerrt werden: Nur ein oder auch zwei Bücher pro Tag. So lange es noch gar nicht geht, kannst Du ja aufschreiben, wer welches Buch mitgebracht hat und wie lange es in der Klasse bleiben darf. Wenn die Kinder schon schreiben können, sollten sie das selbst übernehmen und auch selbst darauf achten, ihre Bücher wieder mitzunehmen. Du kannst ja fragen, ob noch jemand sein Buch mitnehmen will. So bleibt es in der Entscheidung der Kinder.

Die Grundschule Harmonie hat unter den Veröffentlichungen ganz viele Texte, die auch solche Sachen aus dem Schulalltag beschreiben, z.B. auch das Lesen lernen.

Wenn noch Fragen sind - dafür ist das Forum da.

Liebe Grüße

Jürgen

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15.09.2013 22:14 Juergen ist offline Email an Juergen senden Homepage von Juergen Beiträge von Juergen suchen Nehmen Sie Juergen in Ihre Freundesliste auf
Glühwürmchen
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Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

Das hilft mir wirklich weiter!

Dann "wurschtel" ich jetzt mal vor mich hin - und vielleicht (oder bestimmt ;-) ) kommen dann in den nächsten Wochen noch Fragen.

Liebe Grüße!

16.09.2013 21:00 Glühwürmchen ist offline Email an Glühwürmchen senden Beiträge von Glühwürmchen suchen Nehmen Sie Glühwürmchen in Ihre Freundesliste auf
Juergen
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Gerne

Liebe Grüße

jürgen Göndör

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Jürgen Göndör
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16.09.2013 21:32 Juergen ist offline Email an Juergen senden Homepage von Juergen Beiträge von Juergen suchen Nehmen Sie Juergen in Ihre Freundesliste auf
hochbekloppt hochbekloppt ist weiblich
Jungspund


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Rahmenbedingungen? Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Hallo Glühwürmchen,
schön, von dir zu lesen.
Mich würden deine Rahmenbedingungen interessieren:
Wieviele Kinder?
Mit wievielen Stunden/Fächern bist du in der Klasse?
Musst du Lehrwerke benutzen?
Gibt es andere Verbindlichkeiten seitens der Schule?
Wie stehen deine KollegInnen dazu?
Was hast du den Eltern zu deiner Methode gesagt?
...
Gruß,
hochbekloppt

03.10.2013 11:04 hochbekloppt ist offline Email an hochbekloppt senden Beiträge von hochbekloppt suchen Nehmen Sie hochbekloppt in Ihre Freundesliste auf
Glühwürmchen
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Hallo hochbekloppt!

Ja, die Rahmenbedingungen...

- 20 Kinder in einem Mini-Klassenzimmer

- bin jeden Tag im Schnitt vier Stunden in der Klasse (grundlegender Unterricht), habe die Klasse jeden Tag ab 8 Uhr

- Lehrwerke müsste ich nicht benutzen, habe aber zu meiner eigenen "Sicherheit" ein Mathebuch und eine Fibel und jeweils ein Arbeitsheft in M und D

- Verbindlichkeiten der Schule...? Hm, solange es läuft und sich keiner beschwert, glaub ich keine - neben dem Lehrplan. Eine Verbindlichkeit ist evtl., dass der Jahrgangsstufentest im Frühjahr gut ausfallen sollte...

- ich habe eine Kollegin, die in der Theorie aufgeschlossen ist, alle anderen stehen eher für lehrerzentrierten Frontalunterricht

- die Eltern wissen nichts, ich arbeite im Moment auch noch ganz "normal", weil ich das Gefühl habe, dass die Kinder gewisse Arbeitstechniken können sollten - und mir auch noch ein bisschen der Mut fehlt...
...und irgendwie vergeht ein Schultag so schnell und ich hab noch nicht alles durchgenommen, was meine Parallelkolleginnen schon längst besprochen haben (Ziffernlehrgang etc.), so dass ich einen gewissen Druck spüre, der mich abhält, die Kinder loszulassen... Echt schade, ich hoffe, ich krieg das noch hin!

Das liest sich sehr enttäuschend... Ich bin aber - gedanklich - noch ganz nah am Offenen Unterricht dran. Bräuchte mal nen "praktischen Anschubser" in Form einer Unterrichtshospitation. Mal sehen...

Warum fragst du das alles? Hast du Tipps für mich?

Liebe Grüße!
Glühwürmchen

03.10.2013 20:00 Glühwürmchen ist offline Email an Glühwürmchen senden Beiträge von Glühwürmchen suchen Nehmen Sie Glühwürmchen in Ihre Freundesliste auf
hochbekloppt hochbekloppt ist weiblich
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Hallo Glühwürmchen,
das hört sich doch erstmal gut an!
Wenn du keine engeren Vorgaben hast und draufloslegen kannst ... wenn du so weit bist.
Ich kann gut verstehen, dass dir die Zeit fehlt (die ersten Wochen im Ersten sind echt der Hammer - ich atme jetzt im zweiten auf, weil so vieles inzwischen selbstverständlich ist, vor allem das Organisatorische).
Dass du deine Kollegin siehst, die vermeintlich schon weiter ist, und dich das irritiert, kann ich auch sehr gut verstehen. Mir hilft dann, wenn ich mir die Ziele (für Ende Klasse 2) angucke und mich dann frage, ob alle kleinen Schritte notwendig sind für die ECHTEN Ziele (konkret: Wenn ich die Zahlen der Kinder lesen kann und sie damit rechnen können, ist es doch egal, ob sie sie in der richtigen Schreibrichtung schreiben).
Ich frage deshalb, weil ich es einfach spannend finde, wer sich wie auf den Weg macht. Jeder mit mehr oder weniger großen Hürden, ganz individuell....
Außerdem gibt es häufig Situationen, wo ich zweifle, und überlege, ob ich es richtig mache und nicht gerade die "schwachen" Schüler benachteilige. Da tut es einfach gut, von anderen Zweiflern und Zaghaften zu lesen . . . . und trotzdem nicht den Mut zu verlieren.
Welche Fibel hast du und arbeitest du streng danach? Ich habe irgendwann die Erarbeitung der Buchstaben einfach freigegeben, jedes Kind in der Reihenfolge und dem Tempo, wie es wollte. (Ging gut mit einem Lehrwerk, was alle Buchstaben auf gleiche Weise behandelt.) Ist nicht so super offen, aber .. Kleinvieh macht auch Mist.
Nur Mut, ich finde es spannend, von dir zu lesen,
hochbekloppt

08.10.2013 20:05 hochbekloppt ist offline Email an hochbekloppt senden Beiträge von hochbekloppt suchen Nehmen Sie hochbekloppt in Ihre Freundesliste auf
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Hallo hochbekloppt,

danke für deine aufmunternden Worte smile

Ich glaube, gestern habe ich einen Anfang für offenen Unterricht gefunden. Meine Kinder waren in der letzten Schulstunde so unruhig (müde, weil wir schon so viel gearbeitet hatten), dass ich ganz spontan eine "offene Stunde" eingeschoben hab. Die Kinder durften aussuchen, ob sie mit der Anlauttabelle Wörter schreiben, im Zahlenheft die Ziffer des Tages weiterschreiben, auf dem Sofa faulenzen, ein Buch anschauen oder eines der Spiele aus dem Regal spielen wollten. Meine einzige Auflage war, dass es im Flüsterton laufen muss.

Und es hat so super geklappt Freude Ungefähr die Hälfte der Klasse hat wirklich gearbeitet, drei Kinder haben gekuschelt (war so süß), eine größere Gruppe miteinander Tischfußball gespielt (find ich ja für die Klassengemeinschaft auch wichtig) und die anderen Kinder Memory oder mit Bausteinen gespielt.
Ich hoffe, dass ich das nächste Woche wieder umsetze - dem Zeitdruck zum Trotz.

Ja, für die schwächeren Kinder hätte ich gern noch ne Kollegin mit im Klassenzimmer, wenigstens für eine Stunde am Tag. Gerade jetzt am Anfang, wenn viele mit dem Schreiben mit Anlauttabelle noch unsicher sind. Leider gibt es den Luxus für mich nicht. Doch denke ich, dass es beim Offenen Untericht vielleicht sogar leichter wird, sich um einzelne zu kümmern, wenn nicht alle gleichzeitig das gleiche machen und gleichzeitig Hilfe wollen...

Letztes Jahr hab ich die Erarbeitung der Schreibschriftbuchstaben frei gegeben. Nur hatten manche Kinder dann große Schwierigkeiten mit einzelnen Buchstaben, so dass ich die Druckbuchstaben jetzt immer frontal besprechen will, wenn auch nur kurz... Ich hab auch kein Buchstabenheft, sondern schreibe die nächsten Buchstaben immer vor.

Wie offen arbeitest du denn in deiner Zweiten jetzt? Nur einzelne Stunden oder ist der ganze Schultag offen gestaltet?

Ich freu mich über den Austausch mit dir!!

LG, Glühwürmchen

09.10.2013 10:46 Glühwürmchen ist offline Email an Glühwürmchen senden Beiträge von Glühwürmchen suchen Nehmen Sie Glühwürmchen in Ihre Freundesliste auf
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Hallo Glühwürmchen,
ich war eine ganze Weile nicht hier...
Wie sieht es denn inzwischen bei dir aus?

24.03.2014 16:52 hochbekloppt ist offline Email an hochbekloppt senden Beiträge von hochbekloppt suchen Nehmen Sie hochbekloppt in Ihre Freundesliste auf
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Hey, schön von dir zu hören!

Ich habe immer mehr freie Phasen, kann aber nicht behaupten, dass das wirklich Offener Unterricht ist. Vielmehr halte ich Frontalunterricht, an den sich freie Phasen anschließen. So werden alle mit der Aufgabe fertig und die schnelleren Schüler sind sinnvoll "beschäftigt"... Ich achte darauf, dass auch die langsameren Kinder nach einer Frontalphase einige Zeit frei arbeiten können.

Die Kinder arbeiten vor allem an Arbeitsheften. Sie dürften zwar auch eigene Rechenaufgaben erfinden, frei im Tagebuch schreiben oder sich ein Buch aus der Leseecke holen, aber das macht kaum ein Kind. Sie sind richtig heiß auf die Arbeitshefte, die sie in ihrem eigenen Tempo bearbeiten dürfen. Dass sie nicht drin arbeiten müssen, scheint der besondere Reiz zu sein ;-)

Ich öffne "mich" also gaaaaanz langsam in sehr kleinen Schritten, aber es gelingt mir immer besser... Ich wünsche mir mehr Offenheit im Unterricht, bin aber optimistisch, dass ich das mit zunehmender Erfahrung auch schaffe :-)


Wie offen arbeitest du (in deiner Zweiten?)? Würde mich freuen, wenn du Lust hättest, mir deinen "Alltag" zu beschreiben.

Liebe Grüße!

24.03.2014 21:48 Glühwürmchen ist offline Email an Glühwürmchen senden Beiträge von Glühwürmchen suchen Nehmen Sie Glühwürmchen in Ihre Freundesliste auf
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Jungspund


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Also...
Das ist gar nicht so einfach, mit meinem Alltag. Das wechselt doch öfter mal. Im Moment zweifle ich gerade, ob die von mir praktizierte Öffnung so funktioniert und so OK ist. (Ich bin einfach echt erschöpft...) In meiner Klasse sind 30 (natürlich sehr unterschiedliche) Kinder, von denen 10 nicht deutschsprachige Eltern haben.
Ein tägliches Element (meistens mehrmals) ist der Kreis, in dem vieles besprochen wird.
Es gibt öfter in der Woche Freiarbeitsphasen, in denen die Kinder lesen oder schreiben können (was sie lesen und was sie schreiben, ist ihnen weitgehend freigestellt).
Dann gibt es Pflichtaufgaben, die in einem bestimmten Zeitraum erfüllt werden müssen (z.B. einen selbstgewählten Text im Kreis "schön vorlesen" - und sich bewerten lassen. Oder: eine Geschichte am PC schreiben) Die Kinder hatten für diese Aufgaben einen (zu langen Zeitraum) von 2 Monaten. Da haben viele halt erst mal nur gemacht, wozu sie Lust haben. Und jetzt wird es echt eng...
Parallel arbeiten die Kinder in ihrem Tempo in den angeschafften Arbeitsheften. Vor allem auch als Hausaufgaben..
Was ich selten schaffe (aber eigentlich für wichtig halte) ist die Arbeitsabsprache im Kreis (was arbeite ich in der Freiarbeit) und die Vorstellung von Arbeitsergebnissen. Da ich nicht alle Fächer in der Klasse habe, fehlt mir oft die Zeit und ich frage mich: Geht das überhaupt mit so vielen Kindern - es bleibt halt so wenig für den Einzelnen.
Man braucht doch viel Nerven dafür... und die wünsche ich dir!
So weit erstmal...

01.04.2014 19:44 hochbekloppt ist offline Email an hochbekloppt senden Beiträge von hochbekloppt suchen Nehmen Sie hochbekloppt in Ihre Freundesliste auf
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30 Kinder!? Wahnsinn! Wusste gar nicht, dass es so große Klassenstärken noch geben darf. Kein Wunder, dass du viele Nerven brauchst.

Ich wünsch dir ganz viel Kraft und Energie <3

Bei uns (Bayern) wird glaub ich bei 28 geteilt. Ich hab zum Glück nur 20 Kinder, da kann ich mich relativ gut um einzelne kümmern. Trotzdem habe ich oft den Eindruck nicht "hinterher zu kommen". Ich hätte gerne mehr Zeit, die Arbeiten meiner Kinder individuell zu besprechen. Das "wirkt" immer besser als ein Eintrag unter dem Heft, hab ich die Erfahrung gemacht. Aber ich komm in der Freiarbeit nie zu allen - und meistens leider immer zu den gleichen "Kandidaten"... Koop-Stunde mit einer Kollegin wäre toll. Davon träume ich ein bisschen Augen rollen

Ich glaube, ich sollte mich trauen, auch die Arbeitshefte zu öffnen. Da gebe ich momentan immer noch auf, was zu tun ist. Ist halt auch leichter zu korrigieren, wenn jeder die gleiche Seite bearbeitet hat Zunge raus
Ansonsten beginne ich gerade mit Buchvorstellungen und Schreibkonferenzen. Bisher freiwillig, aber vielleicht sollte ich auch - wie du - einen Zeitraum vorgeben, mit dem Kind besprechen, was es vorhat, und Termine ausmachen...
Und unseren Morgenkreis zu einem "Das nehme ich mir vor"-, Reflexions- und Ergebnispräsentations-Runde erweitern...
Ideen hätt ich schon mittlerweile, nur eben auch nicht genug Zeit. Und... und... und... Ne Ganztagsschule wäre toll für alle meine Ideen Augen rollen

Alles Liebe!

02.04.2014 08:24 Glühwürmchen ist offline Email an Glühwürmchen senden Beiträge von Glühwürmchen suchen Nehmen Sie Glühwürmchen in Ihre Freundesliste auf
 
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