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Winnetka-Plan

Der Winnetka-Plan ist ein von C. Washburne zwischen 1931 und 1943 entwickelter Plan, mit dem Schüler selbständig arbeiten können. Sie erlernen dabei die allgemein wichtigen Dinge (common essentials) und da sie dabei ihr Schulleben selbst organisieren, lernen sie auch den Alltag durch Selbständigkeit und Selbsttätigkeit zu bewältigen.

Individuelles Lernmaterial für die Schüler in den Bereichen Rechtschreibung, Sprache, Lesen und Mathematik repräsentieren die Fähigkeiten und Informationen, die jeder benötigt. Der Plan ist keine feste Anleitung, sondern versucht sie so anzuordnen, wie sie Kinder am besten verstehen können. Der Plan verändert sich immer wieder, weil erfoderlichen Fähigkeiten der Kinder sich verändern. Neben diesen 'common essentials' gibt es 'group and creative activities', die soziale Fähigkeiten fördern, z.B. Bienenzucht und Honigverkauf, eine Kreditanstalt für Schüler die ihr Essensgeld vergessen haben oder eine Versicherung, die Schülern zerbrochenes Cafeteria-Geschirr ersetzt. Diese Aktivitäten unterstehen der Selbstverwaltung der Schüler - als 'Skokie miniature community' bekannt.

Alle Kinder sollen am Ende des Lernprozesses alle festgelegten 'common essentials' beherrschen. Die Schüler arbeiten dabei altersgemischt. Jeder lernt also in seinem individuellen Tempo und von den Fächern unabhängig.

Eng verknüpft mit den 'common essentials' und ein wichtiger Bestandteil des Winnetka-Plans sind die Diagnose-Tests. Nach jeder bearbeiteten Aufgabe nimmt der Schüler den dazugehörigen Diagnose-Test und überprüft sein Lernergebnis. Treten dabei Fehler auf, bearbeitet das Kind einen speziell für diesen Fehler entwickelten Übungsauftrag und anschließend einen weiteren Diagnose-Test. Dies macht er so lange, bis keine Fehler mehr auftreten und der Schüler den Lerninhalt beherrscht. Dann wird das Erreichen des Lernziels auf der 'goal card' eingetragen und der Schüler kann sich dem nächsten Arbeitsauftrag zuwenden.

Der Rest des Schultags steht für die Entwicklung sozialer Fähigkeiten und des sozialen Bewusstseins zur Verfügung. Dieses Ziel wird mit den 'group and creative activities' verfolgt. Diese beiden Bereiche gehören zusammen und ergänzen sich gegenseitig. Anders als Kilpatrick ist er nicht der Meinung, das die 'basic skills' ('Basic skills' entsprechen den 'common essentials') im Rahmen der 'group and creative activities' vermittelt werden sollen. Er begründet dies damit, dass die Ergebnisse so zu unsicher seien und die Kreativität und Spontanität der 'group and creative activities' verloren gehen.